Haugwitz (Christian Heinr. Karl, Graf von), Freiherr von Krappitz, preuß. Staatsmann, geb. 11. Juni 1752 auf dem väterlichen Gute Peuke bei Ols in Schlesien, kam 1792 als preuß. Gesandter nach Wien, übernahm aber noch in demselben Jahre als Kabinettsminister die Leitung der auswärtigen Angelegenheiten. Mit seinem Namen verknüpft sind die zweite Teilung Polens (1793), die darauf folgende Entfremdung zwischen Ssterreich und Preußen, der Abschluß des haager Subsidienvertrags mit England und Holland (1794, aber Bafe in demselben Jahre wieder aufgehoben), der aseler Friede mit Frankreich (1795). Nach der Besetzung Hannovers durch Napoleon (1803) zog er sich auf seine Güter zurück. Als aber die Franzosen 1805 durch Ansbach marschierten, wurde H. zur Führung der neuen Unterhandlungen in deren Lager gesandt, wo er kurz vor der Schlacht bei Austerlitz eintraf. Hier ließ sich H. hinhalten, bis er sich nach Napoleons Sieg bei Austerlitz zu dem schönbrunner Vertrage genötigt sah, in dem Preußen Ansbach, Kleve und Neuchätel an Frankreich abtrat und dagegen Hannover erhielt. Hierauf ersetzte H. aufs neue Hardenberg in der Leitung der auswärtigen Angelegenheiten. Allein seine Politik bme den lautesten Tadel. Während die Besitznahme Hannovers Preußen mit England entzweite, dem sich Frankreich näherte, verwickelten sich die Verhältnisse Preußens zu Frankreich mehr als je. H. ging vergeblich als Vermittler nach Paris, war dann Zeuge der Schlacht bei Jena und folgte dem König nach Ostpreußen. Seitdem lebte er zurückgezogen auf seinen Gütern in Oberschlesien und Polen. Im J. 1811 wurde er Kurator der neuerrichteten Universität zu Breslau, ging 1820 nach Italien und starb in Venedig 1831. Vgl. Fragment des mémoires inédits du comte de H.o Jena 1837), und Minutoli, Der Graf von H. und Haukhoin, afrik. Völkerschaft, s. Bergdamara.