FeedHebra (Ferd., Ritter von)
HeilkundeBrockhaus 1882

Hebra (Ferd., Ritter von), namhafter Arzt und Kliniker geb. 7. Okt. 1816 zu Brünn, machte seine mediz. Studien zu Wien, wo er 1841 promovierte und im März desselben Jahres als Dunch Et in das Allgemeine Krankenhaus trat. urch Skoda aufgemuntert, widmete er sich hier besonders dem „Studium der Dermatologie, eines bis dahin gänzlich vernachlässigten Zweigs der Medizin, für weleschen er sich auch 1842 an der Universität habilitierte. Zugleich wurde ihm die inzwischen eingerichtete Abteilung für Hautkrankheiten in dem genannten großen Hospital als ordinierendem Arzt übergeben. Im J. 1848 erfolgte seine Ernennung zum Primärarzt, 1849 zum außerordentlichen und 1869 zum ord. Professor. Seit 1842 wurden seine Vorlesungen über Hautkrankheiten von einer sehr bedeutenden Anzahl von Zuhörern aus allen Ländern der Erde besucht. Die Lehre von den Ursachen, der Entwickelung und mediz. Behandlung der Hautkrankheiten, sowie auch der syphilitischen lübel hat durch ihn nach vielen Seiten hin eine gründliche Umgestaltung und wesentliche Förderung erfahren. Er starb zu Wien 5. Aug. 1880. Außer zahlreichen Beiträgen zu Fachhzeitschriften schrieb er: «Atlas der Hautkrankheiten» (Wien 1876), dessen von Ant. Elfinger und Karl Heitzmann gezeichnete Tafeln gleichzeitig zu den Meisterstücken der zeichnenden und typographischen Kunst gehören; im Verein mit Kaposi: «Lehrbuch der Hautkrankheiten o (Bd. 1 u. 2, Stuttg. 1860—76), welche Arbeit den dritten Teil von Virchows Handbuch der speziellen Pathologie und Therapie bildet, und mit Bärensprung einen kleinern «Atlas der Hautkrankheiteno (Lfg. 1 u. 2, Erlangen 1867—69).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 944Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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