Arlt (Ferd., Ritter von), ausgezeichneter Augenarzt, geb. 18. April 1812 zu Obergraupen bei Teplitz, besuchte das Gymnasium zu Leitmeritz und studierte in Prag Medizin. Nachdem er 1840—42 als Assistent an der dortigen Augenklinik fungiert hatte, wirkte er als Arzt zu Prag, bis er 1846 zum Suppleanten für Augenheilkunde an die Universität berufen ward; 1849 wurde er an derselben zum ordentlichen Professor ernannt. Seit Herbst 1856 wirkt er in gleicher Stellung zu Wien. A.s europ. Ruf als Augenarzt gründet sich auf sein Hauptwerk: «Die Krankheiten des Auges für praktische Arzte geschilderto (3 Bde., Prag 1851—56, mehrfach neu aufgelegt), von welchem der erste Band die Krankheiten der Binde⸗ und Hornhaut, der zweite die Krankheiten der Selera, Iris, Charioides und Linse, der dritte die Krankheiten des Glaskörpers, der Netzhaut, der Augenmuskeln, der Augenlider, der Thränenorgane und der Orbita behandelt. Von seinen brigen Arbeiten sind außer der opulären Schrift „Die Pflege der Augen im geunden und kranken Zustander (Prag 1846, 3. Aufl. 1865) hervorzuheben: «über die Verletzungen des Auges und deren gerichtsärztliche Würdigungr (Wien 1875); «über die Ursachen und die Entstehung der Kurzsichtigkeito (Wien 1876); «Klinische Darstellung der Krankheiten des Augesv (Wien 1881); erner seine Beiträge zur prager „Mediz. Viertel-Ulor. rifto und zu dem von 1 mit Donders und Albr. von Gräfe herausgegebenen „Archiv für * thalmologiev (seit 1854 zu Berlin) sowie der Abschnitt Operationslehres in dem von Alfr. Gräfe und Sämisch 7 „Handbuch der gesamten Augenheilkunder (Lpz. 1874).