Lichtschen, Photophobie larch.), nennt man die durch abnorm gesteigerte Empfindlichkeit der Netzhaut, des Sehnerven oder der die Sehnervenfasern abgebenden Hirnpartien bedingte Unverträglichkeit des Auges gegen Helligkeitsgrade, die dem gesunden Auge nicht lästig sind. Der Lichtscheue sucht sich in jeder Weise vor dem Lichteinfalle zu schützen durch Auffuchen dunkler Räume, Verdecken der Augen, Zusammenkneifen der Lider, Bei stärkerer L. tritt ein unwillkürlicher krampfhafter Schluß der Lidspalte ein (Lidkrampf). Auch diejenigen Formen von Lidkrampf (s. d.), die in Raben werd anderer sensibler Nerven ihre Ursache haben, werden durch Lichteinfall gesteigert und sind daher gewissermaßen mit Lichtscheu kompliziert. Ferner sind in der Regel mit Trübungen der Hornhaut oder der Linse behaftete Augen lichtscheu, weil diese Trübungen das auffallende Licht diffus zerstreuen und dadurch das Gefühl der Blendung hervorrufen. Beschattung schafft diesen Augen ein besseres Sehen, weil nicht nur hierbei die Blendung wegfällt, sondern auch in dem beschatteten Auge die Pupille sich erweitert. Einige Verwandtschaft mit der L. haben gewisse Zustände des Auges, bei denen im Gegensatz ben Hemeralopie (s.d. in der Dämmerung besser gesehen wird, als bei heller Tagesbeleuchtung, und die man deshalb als Tagesblindheit (Nyktalopie) bezeichnet.