Lichterfelde (Großlichterfelde), ein seit 1870 in regem Aufschwung begriffenes Dorf und Villenkolonie mit (1880) 4049 C., im Kreise Teltow des preuß. Regierungsbezirks Potsdam, 9 Em südwestlich von Berlin, an der Berlin-Potsdamer und Berlin-Anhaltischen Bahn gelegen. Daselbst befindet sich seit 1878 die Hauptkadettenanstalt; seit 1884 garnisoniert in L. das Garde-Schützenbataillon. Die Hauptkadettenanstalt wurde auf einem von dem Rittergutsbesitzer von Carstenn zu L. dem Staate geschenkten Grundstück seit 1873 erbaut und umfaßt vier Kasernementsgebäude für je zwei Kompagnien Kadetten, ein Direktions⸗ und ein Unterrichtsgebäude, Kommandeurhaus, Beamten⸗ und Lehrerwohnungen, Offizierkasind, Okonomiegebäude, Kirche, Lazarett, Exerzierplätze, Paradeplatz und Park. Die Anstalt hat 880 Zöglinge in zwei Bataillonen zu je vier Kompagnien formiert, und zählt die allgemein wissenschaftlichen Klassen: Obertertia, Unter⸗ und Obersekunda, welche bis zur Ablegung der Portepeefähnrichsprüfung führen, Unter- und Oberprima, welche für ausgewählte Schüler die Ablegung des Maturitätsexamens der Realgymnasien ermöglichen, sowie eine zum militärwissenschaftlichen Unterricht bestimmte Selekta. (S. u. Kadett.) L. hat ein Progymnasium und ein dem Johanniterorden gehöriges Siechenhaus. Der Bahnhof L. der Anhaltischen Bahn ist zur Zei eine von Siemens eingerichtete dlitriche Vabn. erste in regelmäßigen Betrieb gesetzte in Deutschland, mit der Hauptkadettenanstalt verbunden.