FeedErb (Wilh. Heinr.)
HeilkundeBrockhaus 1882

Erb (Wilh. Heinr.), namhafter Kliniker und Neuropatholog, geb. am 30. Nov. 1840 als Sohn eines Forstmeisters zu Winnweiler in der bayr. Pfalz, besuchte das Gymnasium zu Zweibrücken und widmete sich von 1857 bis 1862 auf den Universitäten Heidelberg, Erlangen und München dem Studium der Medizin. Nach absolviertem Staatsexamen wurde er 1862 Assistenzarzt der mediz. Klinik zu Heidelberg, habilitierte sich im Herbst 1865 daselbst als Docent für innere Medizin, wurde 1869 zum außerord. Professor ernannt und hielt vorzugsweise Vorlesungen über allgemeine Pathologie, physik. Diagnostik, Elektrotherapie und Nervenkrankheiten. Ostern 1880 nahm er einen Ruf als ord. Professor für spezielle Pathologie und Therapie, sowie als Direktor der mediz. Poliklinik zu Leipzig an, siedelte aber Ostern 1883 nach Friederichs Tode als Direktor der mediz. Klinik und ord. Professor für spezielle Pathologie und Therapie wieder nach Heidelberg über. E. hat sich vorwiegend mit Elektrotherapie und Neuropathologie beschäftigt und beide Disciplinen durch genaue und scharfsinnige Untersuchungen und Beobachtungen wesentlich gefördert. Außer zahlreichen größern und kleinern Journalaufsätzen verfaßte er ein Handbuch der Krankheiten der peripheren cerebrospinalen Nerveny (Lpz. 1874; 2. Aufl. 1876) und ein Handbuch der Krankheiten des Rückenmarks und des verlängerten Marksy (Lpz. 1876—78; 2. Aufl. 1878), beide in von Ziemssens «Handbuch der speziellen Pathologie und Therapier erschienen, sowie ein Handbuch den dritten Band von von Ziemssens Handbuch der allgemeinen Therapier bildet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 244Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 3

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Heilkunde 6