Liebreich (Matthias Eugen Oskar), Mediziner, geb. 14. Febr. 1839 zu Königsberg i. Pr., besuchte die Gymnasien zu Königsberg und Berlin, begann dann seine chem. Studien bei Fresenius in Wiesbaden und studierte, nachdem er 1857—59 eine Reise nach Afrika unternommen, Medizin in Königsberg, Tübingen und Berlin. Er war 1866 Militärarzt im böhm. Feldzug, wurde 1867 Assistent am pathol. Institut zu Berlin, 1868 Privatdocent und 1872 ord. Professor der Heilmittellehre daselbst, sowie 1872 Direktor des pharmakologischen Instituts. L. hat das Protagon als die wesentlichste hosphorhaltige Substanz des Gehirns nachgewieen, die schlafbringende Wirkung des Chloralhydrats entdeckt, ferner das Butylchloral und das Athylenchlorid als neue Anästhetika, sowie das Quecksilberformamid als neues Mittel gegen Syphilis in den ärztlichen Heilschatz eingeführt. Er schrieb außer zahlreichen Journalaufsätzen: «Das Chloralhydrat, ein neues Hypnotikum und dessen Anwendung in der Medizino (3. Aufl., Berl. 1871).