FeedMeyer (Julius Lothar)
HeilkundeBrockhaus 1882

Meyer (Julius Lothar), verdienstvoller Chemiker, geb. 19. Aug. 1830 zu Varel in Oldenburg, studierte anfangs Medizin in Zürich und Würzburg, dann in Heidelberg und Königsberg Chemie und mathem. Physik. Ostern 1859 übernahm er die Leitung des chem. Laboratoriums im physiol. Institut der Universität Breslau, folgte im Herbst 1866 einem Ruf an die Forstakademie Neustadt-Eberswalde, erhielt 1868 die Professur für Chemie am Polytechnikum zu Karlsruhe, wurde 1876 nach Tübingen und 1885 nach Göttingen berufen. Von seinen zahlreichen Arbeiten verdienen vor allen —. ersten hervorgehoben zu werden („Die Gase es Blutesv, Gött. 1857, und De sanguine oxydo carbonico infectov, Bresl. 1858), in welchen er den Nachweis führte, daß die Aufnahme des Sauerstoffs im Atmungsprozeß nicht, wie man bis dahin annahm, durch einen einfachen Akt der Lö-Bind erfolge, sondern durch chem. Affinität des lutfarbstoffs bedingt sei, und daß der Blutfarbstoff durch Aufnahme von Kohlenoxyd zur Bindung des Sauerstoffs unfähig gemacht werde (Vergiftung durch Kohlendunst). Neben vielen andern wissenschaftlichen Abhandlungen von großer Bedeutung schrieb er: «Die modernen Theorien der Chemiev (Bresl. 1864; 5. Aufl. 1884), „Die Atomgewichte der Elemente aus den Originalzahlen neu berechnety (mit K. Seubert, Lpz. 1883).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 688Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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