Llorente (Don Juan Antonio), span. Geschichtschreiber, geb. 1756 zu Rincon del Solo bei Calahorra in Aragonien, machte seinen philos. Kursus zu Tarragona und trat 1770 in den Aretärder Stand. Im J. 1789 wurde er zum ersten Sekretär der Inquisition ernannt, wirkte für eine Reform des Verfahrens vor den Inquisitionstribunalen, fiel dann in Ungnade und wurde 1806 Kanoniker an der Hauptkirche in Toledo. Im J. 1808 ging er auf Murats Befehl nach Bayonne, wo er an der Entwerfung der neuen Verfassung für Spanien teilnahm. Deshalb von den Ultras verfolgt, mußte er nach der Restanration die Flucht ergreifen. Verbannt lebte er in Frankreich. Wegen seiner Portraits politiques des papeso aus Frankreich 1822 ausgewiesen, begab sich L. nach Madrid, wo er 5. Febr. 1823 starb. L.s Hauptwerk ist die Histoire critique de Linquisition d'Espagney (4 Bde., Par. 1815—17; deutsch von Höck, Gmünd 1819 —21). Nächstdem sind zu erwähnen seine Noticias historicas de las tres provincias bascongadaso (5 Bde., Par. 1806—8), die Mémoires pour servir à Phistoire de la révolution d Espagne, avec des pièces justificativeso (3 Bde., Par. 1815—19), unter dem Namen R. Nelleto (Anagramm von Llorente), ein wichtiger Beitrag zur Aufklärung der Katastrophe in Spanien von 1808, und seine „Selbstbiographier (Par. 18189).