FeedLoa (span., wörtlich Lob, Lobgedicht)
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Loa (span., wörtlich Lob, Lobgedicht), speziell einleitendes Vorspiel zu dramatischen Aufführungen (Comedias und Autos). Anfangs standen die Loas in enger Beziehung zu den betreffenden Stücken, später lockerte sich diese Beziehung immer mehr und hörte zuletzt gänzlich auf. Von besonderm Interesse sind die Loas zu den Autos von Calderon und diejenigen, welche Ag. de Rojas in seiner Unterhaltenden Reiser mitteilt. Load lengl., spr. lohd), wörtlich Ladung oder Last, heißt ein engl. Körpermaß für Bauholz. Das L. unbehauenes Schiffskrummholz hat 40 engl. Kubikfuß = 1/1326 Cbm, das L. behauenes Schiffskrummholz, Bohlen, Bretter, Dielen und Planken 50 engl. Kubikfuß 1,415 cbm. Beim engl. Getreidemaß ist L. mit Wey (spr. üeh) gleichbedeutend und enthält 5 Imperial-Quarters — 14.500 hl auch die sonst als Ton bezeichnete Schiffslast führt bei manchen Waren den Namen L. (S. Last.) Loafer (engl. ⸗amerit.), d. i. ein Umherlaufender, in den großen Hafenstädten Amerikas und Australiens Bezeichnung für Nichtsthuer, Tagediebe, insbesondere für solche, diesch gleich Den deutschen „Bauernfängero, an unerfahrene Neuankommende drängen, um sie zu überlisten und auszunutzen. Ihnen verwandt sind die Rowdies (s. d.). Loanda, eigentlich Säo-Paulo de Loanda, Hauptstadt der portug. Besitzungen an der Westküste von Südafrika, wurde 1575 von Paulo Diaz de Novaes gegenüber einer kleinen Sandinsel gegründet, die den einheimischen Namen L. hat und früher eine portug. Niederlassung nebst Fort trug. Jetzt leben auf dieser Insel nur etwa 1600 Fischer. Sie hat zwar einen der besten Häfen an der Westküste von Afrika, doch versandet dieser in neuerer Zeit stark, ohne daß dem Übel von der portug. Regierung gesteuert würde. Vier Forts beherrschen ihn. Die Stadt gewährt vom Meere aus einen stattlichen Anblick, da sie, teils am Gestade erbaut, in ihrem obern, mittels eines breiten Steinwegs zugänglichen Teile aus ansehnlichern öffentlichen Gebäuden besteht, überragt von der Ruine der alten stattlichen Kathedrale. Zu L. besteht ein meteorolog. Observatorium. Die Läden und Kaufmannshäuser, sowie die 1600 aus Rohr und Lehm erbauten Wohnungen der Eingeborenen befinden sich in der untern Stadt. Außer den 12000 Ne-Ten von L. sind etwa 1900 Mulatten und 1600 eiße vorhanden. Obgleich der Sklavenhandel verboten und von der portug. Regierung seit 1847 zu verhindern gesucht wird, bleibt doch häusliche Sklaverei gestattet. Für die Europäer ist das Klima sehr ungesund. Die Straßen sind glühender Sand, und die untiefen Uferstrecken, namentlich nach dem Fort Penedo hin, hauchen Pestdünste aus; nur die breiten Hauptstraßen sind gepflastert und durch Bäume und Sträucher geziert. Im J. 1877 wurde ein 69 km langer Kanal von dem 59 km von der Mündung des Bengo gelegenen Tandabondo angelegt, welcher dem völligen Mangel an Trinkwasser abhilft. Der Handel ist unbedeutend und beschränkt sich auf das nördl. Ufer des Koanza; am lehaftesten wird er von einigen amerik. Iutter betrieben, die Kaliko, Zwiebeln, Mehl, utter u. s. w. einführen. Der Export des Tauschhandels besteht in Kaffee, Gummi, Wachs, Ol und Elfenbein. Vgl. J. L. Monteiro, Angola and the River Congop (Lond. 1875); Lue, Von L. nach Kimbundaz (Wien 1880). Loangoküste nennt man denjenigen Teil der Westküste des tropischen Afrika oder Niederguineas, welcher sich vom Kap Lopez bis Molemba etwa 520 km weit von Nordwesten nach Südosten erstreckt. Die Küste ist flach, und erst in 1 Entfernung von derselben erhebt sich der Abfall des innern Hochlandes. Der nördl. Teil des Hochlandes ist durch du Chaillu, der südl. Küstenteil durch die deutsche Expedition unter Güßfeldt 1873, namentlich aber während der Jahre 1882 und 1883 durch Reisen von Mitgliedern der Internationalen Congo-Gesellschaft (Hanssens, Grant, Mikie, Harrou) und der Franzosen Savorgnan de Brazza und Mizon bekannt geworden. Den Küstenstreif quer durchziehen namentlich die Flüsse Sette, der Kuilu (s. d.), der bedeutendste, der Luemme und der Chiloango; die Ufer dieser Flüsse begleitet die üppigste Vegetation des tropischen Afrika. Das Klima des Landes, gefährlich wie das aller Küsten Afrikas, darf doch für günstig gelten, namentlich zur Cazimba oder trockenen Jahreszeit (April bis September). Die Eingeborenen sprechen einen Dialekt der Congosprache. Sie werden wegen ihrer Verfertigung feiner Zeuge gerühmt. Die Portugiesen setzten sich 1648 hier fest; sie wurden aber von den Holländern vertrieben, die später ihnen wieder weichen mußten. Franz. Missionare ließen sich 1770 hier nieder, und 1783 zerstörten die Franzosen das Fort Kabinda. Dieser bis vor kurzem unter unabhängigen einheimischen Herrschern stehende Küstenstrich onnte seinen Sklavenhandel am längsten fortsetzen, als zu Ende des 18. Jahrh. die benachbarten Küstenlandschaften zur Aufhebung desselben genötigt wurden. Seitdem begänn hier ein friedlicher Handel und es wurden sehr viele Faktoreien hier angelegt, welche Handel und Schiffahrt in Schwung brachten. So außer französischen und englischen die n der 1869 in Rotterdam gebildeten afrik. Handelsvereinigung. Mit Feststellung der Grenzen des Congostaates durch die Westafrikanische Konferenz zu Berlin hat Frankreich Anfang Febr. 1885 die ganze L. südlich bis zum Flusse Chiloango erworben, mithin außer den beiden franz. Stationen Loango und Ponta-Regra auch sämtliche Stationen der Internationalen Congo-Gesellschaft am Kuilu (s. d.) und dessen Nebenflüssen. Landana, Molemba und Kabinda erwarb gleichzeitig Portugal, während dem Congostaate eine 45 km lange Küstenstrecke nördlich der Mündung des Congo verblieb. Vgl. Bastian, «Die deutsche Expedition an die L.v (2 Bde., Jena 1874— 75); Die L. in 72 Photographienp (Text von Falkenstein, Berl. 1876); „(Die Loangoexpedition von Güßfeldt, Falkenstein und Pechuel-Lösches (Lpz. 1879 fg.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 135Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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