FeedLloyd Austro-ungarico
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Lloyd Austro-ungarico, Osterreichisch-Ungarischer Lloyd, eine für den österr. und deutschen Handel mit dem Orient sehr wichtige Handelsgesellschaft in Triest. Dieser Verein wurde 1833 auf Anregung des damaligen Sekretärs der Azienda-Assicuratrice, Karl Ludwig von Bruck (. d.), aus Vertretern der Versicherungsgesellschaften und Kaufleuten nach dem Muster des ähnlichen Instituts in London gebildet, um durch Agenten auf fremden Plätzen und Korrespondenzen interessante Nachrichten für Triests Handel und Schiffahrt zu sammeln, Register über Schiffe zu führen, vorzugsweise aber alle das Assekuranzwesen betreffenden Angelegenheiten wahrzunehmen und als gemeinsames Organ der triester Seeversicherungskammern zu dienen. Seit 1836 wurde der Zweck des Instituts durch Errichtung einer Aktiengesellschaft auch auf die Unterhaltung der Dampfschiffahrt nach der Levante ausgedehnt. Nach ihrer gegenwärtigen Organisation besteht die Gesellschaft des Ssterreichischen Lloyd aus drei Sektionen, nämlich aus der der 29 Assekuranzkammern, aus der für die Dampfschiffahrt und aus der litterarischartistischen Sektion. Die erstgenannte zieht alle Zweige des Versicherungswesens in den Kreis ihrer Wirksamkeit; die zweite besorgt den Verkehr und den Postdienst längs der Küsten des Adriatischen Meers, des Griechischen und Schwarzen Meers bis Braila, Trapezunt, am kleinasiat. und syr. Gestade und bis Alexandria, dann längs der Küsten des Roten Meers und im Indischen Ocean bis Hongkong; die dritte Sektion endlich umfaßt die Redaction von Zeitschriften, eine große Buchdruckerei und die Lesesäle. Der Osterreichische Lloyd besitzt in Triest ein großes Arsenal (dessen Bau 1852 begonnen wurde), welches großartige Etablissements für den Schiffs⸗ und Maschinenbau begreift. Der Lloyd besitzt jetzt 86 Dampfschiffe mit 21 860 Pferdekraft und 119 960 t Gehalt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 135Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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