FeedLombok
ErdkundeBrockhaus 1882

Lombok, auch Selaparang oder Sa sak genannt, die zweite der kleinen Sunda-Inseln, welche sich von W. gegen O. zwischen Java und Timor erstrecken. L. besitzt ein Areal von 5435 akm und eine Bevölkerung, die auf 100000 Seelen geschätzt wird. Nördlich wird L. von der Javasee, südlich von dem Südindischen Ocean bespült, gegen W. durch die Straße von L. von der Insel Bali und östlich durch die Straße Allas von der Insel Sumbawa getrennt. L. ist gebirgig und steigt von der Küste nach ihrem Mittelpunkt, wo sich etwas nordöstlich der Berg Rindjani bis zu 3607 oder nach andern Messungen 4200 m Meereshöhe erhebt, allmählich amphitheatralisch auf. Doch hat die Insel auch fruchtbare, gut bewässerte Ebenen, welche sich zur Viehzucht eignen. Infolge dessen werden alljährlich Ochsen, Büffel und Pferde in großer Anzahl von L.ausgeführt und teilweise gegen Reis umgetauscht. Die Bevölkerung von L., ursprünglich der von der Nachbarinsel Bali äußerst nahe stehend und wie diese hauptsächlich aus brahmanischen Auswanderern aus dem östl. Java zur Zeit der Einführung des Islam daselbst im 15. Jahrh. entstanden, hat sich von der von Bali durch Aufnahme anderer ethnolog. Bestandteile, durch ihren übertrittzum Mohammedanismus u. s. w. mehr entfernt. Die Bewohner von L. sind geschickte Schmiede und Eisenarbeiter. In polit. Beziehung steht L. unter zwei eingeborenen Fürsten, dem Radscha von Mataram und dem von Karang-⸗assam, welche Vasallen der niederländ.⸗ind. Regierung sind und unter dem Residenten von Banjuwangi auf Java stehen. Haupthandelsplatz auf L. ist Ampenam in der Mitte der Westküste der Insel. Die Reede daselbst ist zwar von geringer Tiefe, aber während des Ostmonsun für Handelsschiffe von mäßiger Größe zugänglich.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 162Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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