Lommatzsch, Stadt in der Kreishauptmannschaft Dresden des Königreichs Sachsen, 10 km westnordwestlich von Meißen am Köpperitzbach und an der Zweigbahn Riesa-Nossen der Sächsischen Staatseisenbahn, ist Sitz eines Amtsgerichts, hat eine schöne, 1347 erbaute Kirche mit drei Türmen, zählt (1880) 3028 E., liegt inmitten der schon in früher Zeit wegen ihrer Fruchtbarkeit berühmten, an Getreide und Obst reichen, mit Dörfern dicht besäeten Lommatzscher Pflege und treibt meist Kleingewerbe und Kleinhandel, Rauhkarden⸗ und Gartenbau. — L. war einst ein Hauptort der sorbischen Daleminzen oder Glomaci, deren Name sich in dem der Stadt erhalten hat; in der Nähe liegt der ehemalige Palzschersee, welchen die Eisenbahn durchschneidet.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 162Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei