FeedLönnrot (Elias)
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Lönnrot (Elias), der namhafteste unter den Begründern der neuern finn. Litteratur, geb. 9. April 1802 zu Sammatti in Nyland, erlernte das Handwerk eines Schneiders und kam 1820 als Lehrling in die Apotheke zu Tawastehus, wo er es so weit brachte, daß er 1822 die Universität zu Abo beziehen konnte. Hier widmete sich L. philol., philos. und naturwissenschaftlichen Studien, wandte sich aber 1827 zu Helsingfors der Medizin zu. Nachdem er seit 1833 als Kreisarzt zu Kajana gewirkt hatte, wurde er 1853 Professor der finn. Sprache und Litteratur an der Universität Helsingfors. Im J. 1862 trat er von seinem Amte zurück und starb in Sammatti 19. März 1884. Seit 1828 unternahm L. behufs sprachlicher Forschung, sowie der Sammlung von Runen, Sprichwörtern, Liedern, Rätseln, Märchen u. dgl. Reisen in Finland, Lappland, Ingermanland und den nordwestl. Gouvernements Rußlands. Als erste und bedeutendste Frucht seiner Wanderungen erschien (Kalevala (s. d.), das Nationalepos der Finnen. In den Kanteletaro (3 Bde., Helsingf. 1840) stellte L. alte lyrische Lieder und balladenartige Dichtungen zusammen. Diesen folgten seitdem noch (Suomen kansan sanalaskuja (Helsingf. 1842), eine Sammlung von finn. Sprichwörtern, und (Suomen kansan arvoituksia (Helsingf. 1844; 2. sehr vermehrte Aufl. 1861), eine solche von finn. und estnischen Rätseln. Sonst sind von L.s Sammelwerken noch Kanteles (4 Hefte, Helsingf. 1829 —31) ältere und neuere finn. Lieder enthaltend, und eine Ausgabe von Poesien des Bauerdichters Paawo Korhonen (Helsingf. 1848) zu nennen. Außerdem hat er durch die Ausarbeitung eines Finnisch-Schwedischen Lexikons (Bd. 1—2, Helsingf. 1874 —80), wesentlich zur Ausbildung der finn. Sprache mitgewirkt. Für Hebung der Volksbildung suchte L. durch die Monatsschrift KMehiläineno (Uleäb. 1836 —37; Helsingf. 1839 — 40) und das Wochenblatt 4Oulun Wiikko sanomias (Uleäb. 1852 fg.) zu wirken. Lons-le-Saunier (lat. Ledo salinarius), Hauptstadt des franz. Depart. Jura, liegt, von Weinbergen umgeben, in einem weiten Thalkessel des Jura, 258 m über dem Meere, 90 km südwestlich von Besangon, 120 km nordnordöstlich von Lyon, ist Station der Linien Vesoul-Besangon-Lyon und Chälon-L. der Paris-Lyon-Mittelmeerbahn, zählt (1876) 11 391 E. und ist Sitz der Departementsbehörden, eines Assisenhofs und eines Handelsgerichts. Auf der Grande Place steht eine Bronzestatue des hier geborenen Generals Lecourbe (von Etex); auch dem in L. geborenen Rouget de l'Isle ist ein Standbild (von Bartholdi) errichtet. — Die Stadt, schon im 4. Jahrh. n. Chr. gegründet, verdankt ihre Entstehung der starken Salzquelle, welche die 1,55 Km im N. entfernten Salinen und Gradierwerke bei dem Steinsalzlager von Montmorot speist.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 175Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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