Lonicera, Pflänzengattung aus der Familie der Kaprifoliaceen, deren Arten, lauter Sträucher der gemäßigten und warmen Zone der nördl. Halbkugel, in zwei Gruppen zerfallen, in solche von aufrechtem Wuchs und in schlingende Sträucher. Erstere, in Deutschland Heckenkirschen genannt, haben paarweise gestellte Blüten, die auf einem gemeinschaftlichen Stiele in den Blattwinkeln stehen, letztere, die Geißblatte oder Jelängerjelieber, am Ende der Zweige in quirlige Trugdolden gestellte Blüten. Bei diesen ist die Blumenkrone langröhrig mit deutlich zweilippigem Saume, bei jenen trichterförmig, undeutlich zweilippig oder fast regelmäßig. Bei allen Arten ist der Fruchtknoten unterständig, der Kelch kurz fünfzähnig, die Frucht eine Beere. Bei den Heckenkirschen sind die Fruchtknoten und Beeren der paarweise nebeneinander stehenden Blüten oft verwachsen. Dagegen erscheinen bei den Geißblatten die obersten, unter den Blütenquirlen befindlichen Blattpaare bisweilen zusammengewachsen (so bei L. Caprifolium und sempervirens). Die Beeren der meisten Loniceren schmecken bitter und enthalten einen Brechen erregenden Stoff. Von Heckenkirschen wachsen in Deutschland: L. Xylosteum, unter dem Namen Bein⸗ oder Knochenholz bekannt (wegen der Härte seines, deshalb zu Schuhzwecken, Weberkämmen und Ladestöcken benutzten Holzes), mit roten Beeren; L. nigra L. mit schwarzen, L. coerulea L. mit blauen Beeren und L. alpigena, ein schöner Strauch der Alpengegenden, mit purpurroten Blüten und Beeren. Der erste und letzte werden häufig als Ziersträucher angebaut, noch häufiger die aus Asien stammende L. tatarica. Diese ist einer der schönsten Blütensträucher, von 2—3 m Höhe, mit fast herzförmigen, kurz gestielten, am Ende stumpflichen Blättern. Die Blüten sind bei der Normalform blaßrot, bei den Varietäten weiß bis carmoisinrot. Aus der Gruppe der Geißblätter wächst L. Periclymenum in Deutschland (wo es in Laubwäldern bisweilen als verdämmende Schlingpflanze auftritt) wild. Allgemein angebaut (als Laubenpflanze und zu Wandbekleidungen) wird L. Caprifolium, das bekannte wohlriechende Gartengeißblatt, dessen Heimat das südlichste Europa ist, seltener die nordamerikanische L. sempervirens mit glänzend dunkelgrünen Blättern und iin der Mupriscliaccen. roten Blumen. [Familie der Kaprifoliaceen.