FeedLorbeer (Laurus)
PflanzenreichBrockhaus 1882

Lorbeer (Laurus), eine zur Familie der Laurineen gehörige Pflanzengattung, die nur eine einzige Art enthält, den edlen Lorbeer (Laurus nobilis L.), einen immergrünen 15 m hohen Baum oder zuweilen viel niedrigern Strauch, ursprünglich in Hinterasien zu Hause, von wo er nach Europa vordrang und zumal in Griechenland und Unteritalien einheimisch wurde. Hier wie in Asien bildete er Haine, so noch jetzt in Thessalien, am Parnaß etc. Der aromatische Geruch und Geschmack der Blätter verliehen diesen schon im höchsten Altertum für die Heilkunde, wie für die Küche eine gewisse Bedeutung, die aber heute kaum mehr anerkannt wird. Sein griech. Name war Daphne. Seiner schönen Form, sowie der Heilkräfte seiner Blätter und Beeren wegen war er dem Apollo heilig, dessen erster Tempel zu Delphi bloß aus in die Erde gesteckten Asten des Lorbeerbaums bestand. Der Lorbeerkranz war der Schmuck des Gottes selbst, sowie überhaupt das Symbol des Triumphs und des Siegs, und die Nachrichten über eine gewonnene Schlacht wurden mit Lorbeerzweigen umwunden. Ferner galt der L. als Zeichen der Ruhe und des Friedens, als Symbol der Ehre, als Sinnbild unbefleckter Jugend, der Wahrheit, Sicherheit und Freiheit, und Lorbeerzweige wurden deshalb bei den verschiedensten Veranlassungen benutzt, im Priesterdienste, als Schmuck der Bilder der Eltern und der Ahnen und der Häuser, bei festlichen und freudigen Begebenheiten, und auch die Fasces der Liktoren waren mit L. umwunden. Während der L. im südl. Frankreich verwildert vorkommt, hält er im nördl. Teile dieses Landes ohne Schutz nicht mehr den Winter im Freien aus, und in Deutschland ist er vollends frostfreier überwinterung bedürftig. Man hält ihn meist in Kübeln, mit einer recht kräftigen Erde, und gibt ihm im Sommer reichlich, im Winter dagegen so wenig Wasser wie möglich. Man verleiht ihm durch geeigneten Schnitt, der aber nur in der Ruheperiode, im Winter, vorgenommen werden sollte, verschiedene Formen, meistens die eines Kugelbaums oder einer Pyramide. Zu bemerken ist noch, daß Linné auch den Sassafrasbaum (Sassafras officinale Nees) und den Benzoin (Benzoin aestivale Nees) zur Gattung Laurus rechnete.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 177Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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