Loulé (Marquis von), Günstling Johanns VI. von Portugal, geb. zu Lissabon 1785, der älteste Sohn des Grafen Val de Reis, war von Jugend auf mit seinem nachherigen Gönner durch die engste Freundschaft verbunden. Im J. 1807 zum Marquis von L. erhoben, warb er als eifriger Anhänger Napoleons ein Korps von 8000 Mann, das er dem Kaiser zuführte, der es zur Lusitanischen Legion erhob. Mit Auszeichnung focht er bei Wagram und bei Smolensk. Während der Hundert Tage war er bei Ludwig XVIII. in Gent. Später ging er nach Brasilien, wo ihn Johann VI. zu seinem Großstallmeister machte. Mit diesem kehrte er 1821 nach Portugal zurück, wo er in des Königs Gunst immer höher stieg, wegen seiner konstitutionellen Gesinnungen aber den Haß der Absolutistenpartei, namentlich Dom Miguels, auf sich lenkte. Da er sich dem Projekte, den König unter die Kontrolle des Familienrats zu stellen, widersetzte, wurde er 1. März 1824 in seiner Wohnung ermordet. Sein Sohn, Herzog von L., geb. 1801, wurde 1826 zur Herzogswürde erhoben, worauf er sich 1827 mit der nahlte. Anna da Jesus Maria von Portugal vermählte. L. war 1857 — 59 und 1862 — 65 Minister; 1869 trat er wieder als Präsident an die Spitze eines Ministeriums, wurde jedoch 19. Mai 1870 von Saldanha gestürzt. Er starb zu Lissabon 23. Mai 1875.