Johaun VI., König von Portugal 1816—26, hatte als Regent für seine gemütskranke Mutter Maria I. von Brasilien aus, wohin sich der Hof vor den Franzosen geflüchtet, die Regierung des namentlich durch engl. Waffen wieder befreiten Portugal dem engl. Marschall Beresford übertragen, gegen welchen als Fremden und Vertreter des Absolutismus sich bald Unzufriedenheit erhob. Am 24. Aug. 1820 empörte sich das Militär in Oporto, und das ganze Land schloß sich der Bewegung an, bei welcher namentlich auch die Rückkehr des Hofs nach Lissabon verlangt wurde. In der That kehrte J. 4. Juli 1821 nach Portugal zurück und beschwor die span. Verfassung von 1812, welche die Cortes mit geringen Abänderungen zu der ihrigen gemacht hatten. Bald begannen aber reaktionäre Bewegungen, an deren Spitze die Königin Carlotta, Schwester Ferdinands VII. von Spanien, und ihr jüngerer Sohn Dom Miguel traten. Letzterer zog im Mai 1823d einige Regimenter auf seine Seite und brachte auch f den Vater in seine Gewalt, der nun die Verfassung d aufhob, die Klöster erneuerte und der Geistlichkeit die eingezogenen Güter zurückgab. Da J. jedoch auf die Absicht, alle Liberalen zu vernichten, nicht einging, suchte ihn Miguel ganz beiseite zu schieben. Der Anschlag mißlang dadurch, daß der König 9. Mai 1824 auf ein engl. Schiff flüchtete und von hier aus, durch die Gesandten der Großmächte f! unterstützt, den Sohn für einen Hochverräter erklärte. Miguel mußte, da diesmal die Truppen dem Könige treu blieben, sich unterwerfen und wurde auf Reisen geschickt, worauf J. die Verfassung wieder in Kraft setzte. J. stard 10. März 1826, und mit seinem Tode löste sich die Verbindung Portugals mit Brasilien, da sein Sohn Dom Pedro, welcher bisher für den abwesenden Vater das letztere regiert hatte, Brasilien nicht mit Portugal vertauschen wollte und daher zu Gunsten seiner unmündigen Tochter Donna Maria da Gloria der Krone Portugals entsagte.