Luftröhre (Trachea, Arteria aspera), ein häutiger Schlauch, welcher von der Rachenhöhle in die Lunge führt. Sie geht in der Mittellinie des Halses vor der Speiseröhre und hinter der Schilddrüse am Halse herab, gelangt hinter dem Brustbein in die Brusthöhle, verläuft hier mehr links und teilt sich in der Höhe des dritten Brustwirbels gabelförmig in zwei Aste (bronchi), den weitern rechten und den engern linken. (S. die Tafel: Die Brusteingeweide des Menschen, Fig. II, 8, 9.) Diese Bronchien (s. d.) teilen sich in immer feinere Zweige und enden schließlich in den Lungenbläschen, welche an ihnen ansitzen etwa wie die Beeren an den Stielen der Traube. Oben ist die L. durch den Kehlkopf begrenzt, der gewissermaßen als das Mundstück derselben zu betrachten ist. Die L. ist nicht ganz rund, sondern nur vorn gewölbt, hinten eben und wird, wie auch die Zweige der Bronchien, durch 18—20 bogenförmige, nach hinten offene Knorpelringe ausgespannt gehalten. Ausgekleidet wird sie bis in ihre feinsten Verzweigungen durch eine mit zahllosen Flimmerzellen versehene Schleimhaut, welche die Fortsetzung der Kehlkopfschleimhaut darstellt. Beim Erwachsenen ist die L. etwa 12 em lang und 2—2,5 em weit. über Verzweigung, Bau und Funktion der Luftröhrenäste s. Bronchien. Unter den Krankheiten der L. sind hervorzuheben: der Katarrh der L. (Tracheitis), welcher am häufigsten durch Einatmung kalter, staubiger oder mit schädlichen Gasen und Dämpfen geschwängerter Luft entsteht und oft mit gleichzeitigem Katarrh der Kehlkopf- und Bronchialschleimhaut verbunden ist (s. Bronchialkatarrh); die krankhafte Erweiterung der L., welche ein häufiger Begleiter chronischer Luftröhrenkatarrhe ist (s. Bronchiektasie); die Verengerung der L. (Tracheostenosis) durch Druck der krankhaft ent-Conversations-Lexikon. 13. Aufl. XI. arteten Schilddrüse (s. Kropf), von Geschwülsten durch Narbenbildung; ferner die Luftröhrenfistel (Pistula trachealis), welche oft nach Verwundungen (Kehlabschneiden) zurückbleibt. Häufig finden sich bei der Lungenschwindsucht auch in der Schleimhaut der L. tuberkulöse Geschwüre (sog. Luftröhrenschwindsucht). Künstlich eröffnet wird die L., wenn bei Verstopfung des Kehlkopfes durch eingedrungene Fremdkörper, kruppöse und diphtheritische Ausschwitzungen u. dgl. Erstickung droht (sog. Luftröhrenschnitt, Tracheotomie). Wenn viel Schleim in den größern Luftwegen angesammelt ist, so vernimmt man oft schon aus der Ferne ein lautes helles Rasseln, das sog. Tracheal—⸗ rasseln. Vgl. auch Kehlkopf (Krankheiten).