Lungenseuche, eine gefährliche, meist seuchenhaft auftretende, immer sehr ansteckende, dem Rinde eigentümliche, durch langsamen Verlauf ausgezeichnete Lungenentzündung, der gewöhnlich eine Brustfellentzündung folgt. übersteht ein Rind die Krankheit, so ist damit die Anlage für solche erloschen. Meist ist nur eine Lungenhälfte (vorzugsweise die linke) getroffen. Die Entzündung, welche Verdichtung, Verhärtung, enorme Vergrößerung und erhebliches Schwererwerden der ergriffenen Lunge bewerkstelligt, zeigt sich zunächst in dem die starkgeröteten und hyperämischen Lungenläppchen umgebenden Bindegewebe, das geschwellt und mit einer gelblichen Lymphe durchtränkt ist. Hat sich der Lungenentzündung eine Brustfellentzündung zugesellt, so werden gelbe, faserstoffige Ausschwitzungen und hautartige Gerinsel von verschiedener Stärke auf dem Lungen⸗ und dem Brustfell entwickelt, welche zur Verdickung der genannten serösen Häute und zur Verlötung zwischen Lunge und Brustwand führen, außerdem erfolgt Wassererguß in den Brustkasten. Die Behandlungerfordertzunächst: strenge Separation der gesunden von den kranken Rindern (nicht umgekehrt); alles künstliche Futter ist zu meiden, das Verabreichen knapper Portionen trockenen Futters innezuhalten. Als Arzneimittel hat sich Teerwasser bewährt. Die L. wird für eine reine Kontagion angesprochen, also als eine nur durch Ansteckung verbreitbare Krankheit. Ein organisiertes Ansteckungsgift (Spaltpilze) ist auch bei ihr thätig. Die durch das Deutsche Reichsviehseuchengesetz angeordneten Veterinärpolizeimaßregeln, sowie eine vom Viehbesitzer streng durchgeführte Desinfektion beugen der L. vor.