Lungenwürmer, Fadenwürmer in den Bronchien, seltener unter dem Lungenfell oder gar in dem Lungengewebe selbst, verursachen bei Haustieren sowohl wie bei einigen wild lebenden Tieren Lungenkatarrhe oder Lungenentzündungen (Lungenwurmseuche). Diese Rundwürmer sind bei Schafen, Rehen, Ziegen der fadenförmige Palissadenwurm (Strongylus filaria), seltener Strongylus rufescens und Strongylus paradoxus; bei dem zahmen und wilden Schwein wohnt in deren Luftröhrenästen der seltsame Palissadenwurm (Strongylus paradoxus), bei dem Rind der kleinschwänzige Palissadenwurm (Strongylus micrurus). Unter dem Lungenfell der Schafe entdeckte A. Koch neuerdings einen Harnwurm, den er Pseudalius ovis pulmonalis nennt. Die mit Fadenwürmern in ihren Atmungsorganen versehenen Tiere zeigen Kranksein an durch mehr oder weniger erschwertes und beschleunigtes Atmen, durch Husten, durch gelegentliches Aushusten von Klumpen Schleims, in welchen die Rundwürmer sitzen, durch langsam vorwärts schreitendes, oft viele Monate dauerndes Abmagern. Entkräftung wirdzur Todesursache. Sämtliche L. entwickeln sich zunächst im Wasser, daher ist Fernhalten der Tiere von versumpften Weiden nötig. Das Verabreichen von wurmbruttötenden Mitteln beugt den durch L. erzeugten Haustierkrankheiten vor. Nur leichtkranke Schafe sind zu behandeln, alle andern dem Schlächter baldmöglichst zu übergeben.