FeedLungenseucheimpfung
HeilkundeBrockhaus 1882

Lungenseucheimpfung wird vorgenommen, um gesunde Rinder vor der Lungenseuche zu bewahren. Die Impflymphe wird der Lunge eines nicht sehr stark von der Lungenseuche befallenen Rindes entnommen und zwar derart, daß man einen Teil der erkrankten Lunge, der nicht brandig sein darf, in einer vollkommen reinen Schüssel ausdrückt. Die so gewonnene Lymphe muß mehrfach durch reine Leinwand filtriert und möglichst bald verbraucht werden. Der Rücken des Rinderschwanzendes ist der geeignetste Impfort. Als Impfinstrument benutzt man die Stickersche, besser die Rueffsche oder Smlersche Lungenseucheimpfnadel. 14—21, seltener bis 28 Tage nach der Operation zeigt sich der Erfolg der Impfung an der Impfstelle durch eine nuß-bis hühnereigroße, heiße und schmerzende Geschwulst; tritt eine solche Geschwulst nicht ein, muß nachgeimpft werden. Bei etwa 10 Proz. der Impflinge bleibt der Erfolg überhaupt aus. Der Riederländer Willems hat 1852 zuerst das Impfen als Vorbeugemittel gegen Lungenseuche empfohlen. Über den Wert der L. sind die Ansichten geteilt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 259Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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