Lustrum (von luere, d. i. reinigen oder sühnen) hieß in Rom das feierliche Sühn- und Reinigungsopfer, das nach Beendigung des Census (f. d.) durch einen der Censoren im Namen des röm. Volks dargebracht wurde. Die Opfertiere, ein Schwein (Sus), Schaf (ovis) und Stier (taurus) (daher die Benennung Suoveétaurilia), wurden um das auf dem Marsfelde centurienweise versammelte Volk herumgeführt und dann geopfert. Dadurch glaubte man das Volk gereinigt oder entsühnt. Weil das L., das anfangs mit dem Census alle vier Jahre stattfinden sollte, später regelmäßig alle fünf Fahre wiederkehrte, wurde mit dem Wort L. auch ein fünfjähriger Zeitraum bezeichnet.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 264Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei