Lyra hieß bei den Griechen und Römern deren ältestes Saiteninstrument. Die Erfindung der L. wurde meist dem Gotte Hermes (Merkur) zugeschrieben, der sie aus einer Schildkrötenschale bildete. Von der Kithara (s. Zither) unterschied sich die L. dadurch, daß sie einen runden, aus einer Schildkrötenschale gebildeten oder wenigstens schildkrötenförmigen Schallboden und duerlers Formen ähatte. Die Kithara diente mehr dem künstlerischen und sakralen, die L. dem privaten und profanen Gebrauch. Die L. erscheint auch unter den Sternbildern. Nach dem Tode des Orpheus, der sie der Sage nach von Apollon erhalten hatte, ward sie von Zeus unter die Gestirne versetzt. Vgl. Jahn, „De fidibus Graecorum (Berl. 1859).
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 293Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei