Mabille (Jardin), Belustigungsgarten und Tanzlokal der Demi-Monde in Paris. Mabillon (Jean), gelehrter Benediktiner von der Kongregation des heil. Maurus, geb. 23. Nov. 1632 zu St.⸗Pierremont in der Champagne, trat 1654 in den Orden und 1658 in das Kloster Corbie, ward 1663 Konservator der Denkmäler zu St.⸗ Denis und trat 1664 in die Abtei St.⸗Germain bei Paris. Indem er im Interesse seines Ordens die Echtheit mehrerer von den Jesuiten der Erdichtung und Verfälschung bezichtigter Urkunden zu beweisen strebte, wurde er der Gründer der wissenschaftlichen Urkundenlehre, deren Grundsätze er später in seinem klassischen Werke De re diplomaticao (Par. 1681; nebst Supplement, 1704; herausg. von Ruinart, 1709, und von Adimari, Neap. 1789) mit Klarheit und Gründlichkeit darstellte. Colbert sandte ihn 1682 nach Burgund und 1683 nach Deutschland, um in Archiven und Bibliotheken alles zu sammeln, was zur Geschichte Frankreichs dienen könnte. Die Resultate dieser Reise, die zum Teil im vierten Bande seiner «Vetera analectao (4 Bde., Par. 1675—85) niedergelegt sind, bewogen den König, M. 1685 auch nach Italienzu senden. Auch hier entdeckte er viele wichtige Dokumente, die er zum Teil in seinem Musaeum Italicum, seu collectio veterum scriptorum ex bibliothecis Italicis erutay (2 Bde., Par. 1687—89; neue Ausg. 1724) veröffentlichte. Er starb in Paris 27. Dez. 1707. Sein Traité des études monastiques v (2 Bde., Par. 1692) ist eine kurze Methodologie des theol. Studiums. Auch gab er Acta sanctorum ordinis 8.Benedictio (9 Bde., Par. 1668 — 1702) und (Annales ordinis S. Benedictis (6 Bde., Par. 1703 —39) heraus, die erste kritische Geschichte seines Ordens, die von Ruinart fortgesetzt und von Massent und Martene beendet wurde. In den „(Oeuvres posthumes de M. et de Ruinarty (3 Bde., Par. 1724) ist ein Teil seines Nachlasses enthalten. Vgl. Malan, AHistoire de D. M. (Par. 1843); Jadart, D. J. Mabillon (Par. 1879).