FeedMagenfistel
HeilkundeBrockhaus 1882

Magenfistel, ein Fistelgang, der von der Magenhöhle nach der äußern Bauchwand führt und auf dieser ausmündet, entsteht entweder durch Aufbruch eines Magengeschwürs oder eines Abscesses oder infolge einer Schuß⸗ oder Stichverletzung des Magens, und verursacht je nach der Lage und Größe der vorhandenen Derrdte r verschiedene Beschwerden. Wenn der größte Teil der genossenen Nahrung aus der Fistelöffnung ausfließt, leidet natürlich die Ernährung des Kranken beträchtlich, während in andern Fällen der Säfteverlust nur gering ist. Bisweilen kann man bei Kranken mit M. in das Innere des Magens blicken; berühmt in der Geschichte der Medizin ist in dieser Hinsicht die M. des canad. Jägers Alexis San-Martin, an welcher der amerik. Arzt William Beaumont höchst interessante Verdauungsversuche anstellte. Kaldaunen und Schweinsfüße sah Beaumont schon nach 1 Stunde, gebratenes Wildbret nach 1½, Brot und Milch nach 2, gekochtes Rindfleisch nach 3½ 4½, geräuchertes Schweinefleisch nach 6Stunden aus dem Magen dieses Kranken verschwunden. Man heilt die M. durch Atzung oder Operation.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 332Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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