FeedMalka
ReligionBrockhaus 1882

Malka, alter Name der Südostspitze des Peloponnes, jetzt Kap Malia. Maleachi war der letzte unter den Propheten der Hebräer, mit welchem die Prophetie um 400 v. Chr. schließt. Seine im hebr. Kanon befindlichen Weissagungen stehen an Geist und Originalität weit hinter denen der ältern Propheten zurück und enthalten fast nur Strafreden wider die Verweltlichung des zadokitischen Priestertums. Vgl. Pressel, „Kommentar zu den Schriften der Propheten Haggai, Sacharja und M.y (Gotha 1870). Malebranche (Nicolas), franz. Philosoph, geb. 6. Aug. 1638 zu Paris, hatte von Jugend auf infolge seines mißgestalteten Körpers mit Krankheit zu kämpfen. Im Alter von 22 J. trat er in die Kongregation des Oratoriums und ließ nach mehrjährigem Studium der Cartesianischen Schriften sein berühmtes Werk „De la recherche de la vérité (3 Bde., Par. 1675 u. öfter; deutsch, 4 Bde., Halle 1776—86) erscheinen, welches durch Originalität und Eleganz der philos. Darstellung großes Aufsehen erregte, ihm aber auch Gegner erweckte, darunter namentlich Arnauld (Des vraies et des fausses idéesv, Köln 1683) und Bossuet. Der Zweck dieses Werks, welches auch Locke und Leibniz einer kritischen Prüfung unterwarfen, war, die allgemeinen Ursachen der Irrtümer, denen die menschliche Erkenntnis unterworfen, psychologisch zu untersuchen, zugleich aber zu bestimmen, was in derselben Wahrheit sei, worauf sich diese zuletzt gründe, und auf welchem Wege sie zu erforschen sei. Der Hauptsatz, zu welchem M. nach Verwerfung der verschiedenen Annahmen über den Ursprung der Erkenntnis gelangt, und in welchem sein Offenbarungsglaube den Resultaten seiner philos. Forschung begegnet, ist, daß wir alle Dinge in Gott schauen (seine berühmte Vision en dieu). Er betrachtet daher Gott als den einzigen Realgrund alles Seins und als den einzigen Erkenntnisgrund alles Denkens, und seine Lehre charakterisiert sich als ein mystischer Idealismus, der jedoch Berührungspunkte mit dem von ihm lebhaft bekämpften Spinozismus zeigt. Außer diesem Werke sind noch zu nennen der (Traité de la nature et de la gräce (Rotterd. 1680) und der Traité de morale (Rotterd. 1684; deutsch von Reidel, Heidelb. w1831). Eine Zusammenfassung seiner Lehren enthalten die Entretiens sur la métaphysique et sur la religiono (Par. 1687; 2 Bde., 1696). M. wurde 1699 Ehrenmitö glied der Akademie der Wissenschaften und sah sich dadurch zur Abfassung seines Traité de la communication du mouveémento, dem er ein Système geénéral de l'universo beifügte, veranlaßt. Seine „Conversations métaphysiques et chrétienneso (Par. 1677) sind ein Versuch, seine Ideen unmittelbar auf die Theologie anzuwenden. Er starb 13. Okt. 1715 zu Paris. M.s «Oeuvreso, die noch bei seinem Leben gesammelt (11 Bde., Par. 1712) erschienen, wurden von Genoude und Lourdoueix (2.Bde., Par. 1837), zuletzt mit einer Einleitung von Jul. Simon (4 Bde., Par. 1859—71) herausgegeben. Vgl. L. Ollé-Laprune, ELa philosophie de M.v (2 Bde., Par. 1870— 72). Malecki (Anton), poln. Schriftsteller, geb. 1821 in Obierzerze in der Provinz Posen, studierte in Berlin Philologie und wurde Gymnasiallehrer in Posen, dann Professor der altklassischen Litteratur zu Krakau, später in Innsbruck, hierauf Professor der poln. Sprache und Litteratur in Lemberg und 1881 zum Mitglied des österr. Herrenhauses ernannt. Seine poln. Grammatik: (Gramatyka je2yka polskiegos (Lemb. 1863), erhielt den von der österr. Regierung ausgesetzten Preis und wurde in den Schulen Galiziens eingeführt. Als Dichter erwarb er sich einen berühmten Namen durch die Tragödie List zelaznyp (Der eiserne Briefo, Pos. 1856; deutsch von Emil Pol, 1858). Auch verfaßte er ein Lustspiel: Grochowy wieniec (Der Erbsenkranzo, Pos. 1855), eine Biographie Slowackis (2 Bde., Lemb. 1866) und eine übersetzung ron Sophokles' «Elektrav. Malediven, ein aus sehr zahlreichen, auf 12000 geschätzten niedrigen Koralleninseln und Korallenriffen bestehender Archipel, der sich fast ganz in der Richtung von 91 östl. L. von Greenwich von beinahe 7 nördl. Br. bis gegen 1 südl. Br. erstreckt und bei einer allenthalben fast gleichen Breite von 75 Em ein Areal von 6773 qkm einnimmt. Der ganze Archipel besteht aus 14 Gruppen eine Lagune einschließenden Koralleninseln, s 15 Atolls, welche ebenso viele polit. Abteilungen bilden. Diese sind in einer doppelten Reihe angeordnet und durch ein sehr tiefes, fast schwarz erscheinendes Meer getrennt, in welches sie sich mit mehr als gewöhnlicher Steilheit hinabsenken. Das größte Atoll ist 140 Em lang und 30 km breit; Suadiva, das nächste an Größe, 70 km lang und 37 km breit, hat eine große Lagune in der Mitte, zu welcher 42 Eingänge führen. Diese Inseln bringen hauptsächlich Kokospalmen, Reis und verschiedene tropische Knollengewächse hervor. Pferde gibt es nicht, Rindvieh nur wenig, dagegen viel Geflügel; die Fischerei bildet einen Hauptnahrungs⸗ und Handelsartikel. Die Einwohner, eingewanderte Hindu, die sich später vielfach mit Arabern mischten und eine dem Singalesischen verwandte Sprache sprechen, 150000 an der Zahl, sind meist Mohammedaner, betreiben lebhaften Handel nach Atschin auf Sumatra und der Westküste von Vorderindien und sind ein friedliebendes Volk, das unter einem Sultan steht, der sich Sultan der 13 Atolls und 12000 Inselno nennt und auf der Insel Male residiert. Halbjährlich schickt er Gesandte mit Geschenken an den brit. Gouverneur zu Point-de-Galle auf Ceylon und empfängt Rückgeschenke. Die Briten rechnen den Archipel zur Südprovinz ihrer Insel Ceylon.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 381Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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