Munkaesy (Michael), ungar. Historien⸗ und Genremaler, geb. zu Munkäcs in Ungarn, 10. Okt. 1846, der Sohn eines armen Tischlers und anfangs in diesem Handwerk erzogen, ging dann nach Wien, hierauf nach München, um sich zum Maler auszubilden und trug bei Konkurrenzen der ungar. Regierung dreimal den ersten Preis davon. Im J. 1867 begab er sich nach Düsseldorf. Das tiefergreifende Werk: der letzte Tag des zum Tode Verurteilten (1869), stellte ihn in die erste Reihe der zeitgenössischen Künstler. Seit 1872 lebt M. in Paris, wo er sich von der meisterhaft von ihm behandelten Stoffwelt des Genre zur großen religiösen Malerei im wahrhaft monumentalen Stile zu erheben wußte. Den Gipfelpunkt bezeichnet in diesem Sinne das Gemälde: Christus vor Pilatus. Schwächer, namentlich auch formell zurückstehend, erwies sich das darauffolgende, gleichfalls kolossale Kreuzigungsbild (1883). Zu seinen geistvollsten Genrebildern gehört das Gemälde: Milton läßt sich von seinen Töchtern vorlesen; außerdem malte M. Scenen aus dem Familienleben der feinen modernen Gesellschaft, wie die beiden Familien, das Atelier u. s. w. Am echtesten tritt M.s Begabung in der Darstellung ungar. Dorf⸗ und Volksscenen hervor, wie im Taschenspieler in der Schenke, der Hahn im Dorf. Eine gewisse melancholisch-düstere Richtung verleiht seinen Arbeiten nationalen Charakter.