Epiphanins, Kirchenschriftsteller des 4. Jahrh., geb. zu Besanduke in Palästina, ward im 16. Lebensjahre getauft und von ägypt. Mönchen im Geiste engherzigster Frömmigkeit aufgezogen. Im J. 367 zum Bischofe von Konstantia (Salamis) auf Cypern ernannt, nahm er bis an seinen Tod (403) an den theol. Kämpfen der Zeit gegen Arianer, Semiarianer u. s. w. in hervorragender Weise teil und gab seit 394 das Signal zu einer ebenso leidenschaftlichen als plumpen Verfolgung der Schule des Origenes. Ehrlich und in seiner Weise gelehrt, aber geistesbeschränkt, leichtgläubig und fanatisch, galt er den Zeitgenossen als eine Säule kirchlicher Orthodoxie. Von seinen Schriften (herausg. in 5 Bdn. von Dindorf, Lpz. 1859—63) ist die wichtigste sein Panarionv (Apothekerkasten), eine Beschreibung und Bestreitung aller (80) Ketzereien. Außerdem ist die wichtige Schrift «Uber die Maße und Gewichter (syrisch herausg. von P. de Lagarde vor den Fragmenten der sog. Hexapla, Gött. 1880) und sein „Ancoratuso zu nennen. Vgl. Lipsius, «Zur Quellenkritik des Epiphanios v (Wien 1865). Ein anderer E., mit dem Beinamen Scholasticus, lebte im 6. Jahrh. und kompilierte mit Cassiodorus aus den Werken des Sokrates, Sozomenos und Theodoret die Mistoria tripartitav, das kirchengeschichtliche Handbuch des Mittelalters. Ein dritter E., Mönch und Presbyter um die Mitte des 9. Jahrh., verfaßte eine Beschreibung Syriens und Jerusalems und Biographien der Jungfrau Maria und des Apostels Andreas. Vgl. Dressel, KEpiphanii monachi edita et inedita (Par. u. Lpz. 1853). ö [dung. Epiphonem (grch.), Schlußsentenz am Ende einer Fabel oder Erzählung.