Man, eine zu England gehörige Insel in der Irischen See, zählt auf 588 àkm (1881) 53 558 E. und wird in nördl. Richtung von einem Bergrücken durchzogen, der hauptsächlich aus silurischem Schieferstein und Grauwacke, von Grünstein durchbrochen, besteht. Das Gebirge enthält Blei, Zinkblende, Kupfer und Eisen und liefert Bausteine und Kalk, auch etwas Dachschiefer, aber keine Kohlen. Es ist unbewaldet, selbst ohne Gesträuche, mit Torf, Moor, und Heide bedeckt und wird von vielen Bächen bewässert. Von dem höchsten Punkte, dem 670 m hohen Snae-⸗Fell (Snaffle oder Snowfield), kann man Irland, Schottland und England erblicken. Die Küsten der Insel sind, außer am Nordende, felsig und umschließen mehrere kleine Buchten. M. ist im ganzen von Natur öde und unfruchtbar, aber durch den Fleiß seiner Bewohner großenteils in Kulturland verwandelt, sodaß 67 Proz. der Fläche Ackerland sind. Der Haupterwerbszweig ist Vieh⸗, besonders Schafzucht. Die Industrie beschränkt sich auf Leinweberei und Verfertigung von Schuhen aus ungegerbtem Leder. M. beschäftigte Ende 1881 im Außen⸗ und Kolonialhandel 26 Schiffe von 4885 t, im Küstenhandel 2228 Schiffe von 440 158 t. Es besteht tägliche Verbindung mit Douglas und Liverpool. Die Manks⸗, Herings⸗ und Kabeljaufischerei beschäftigt auf 700 Booten an 4000 Menschen. Die Bewohner, die sich selbst Manks, ihre Insel Manning nennen, stammen von der kelt. Urbevölkerung der brit. Inseln. Ihre Sprache steht aber dem Gaelischen und Irischen weit näher als dem Kymrischen in dem benachbarten Wales und ist, dem Englischen, das in allen Schulen gelehrt wird, immer mehr weichend, dem Erlöschen nahe. Sie haben einen eigenen Bischof (von Sodor und M.), der aber keinen Sitz im Parlament hat. M. gehört zu keiner Grafschaft, sondern hat seine eigene Verfassung, eigenes Landrecht und überdies auch Zoll- und Abgabenfreiheit. An der Spitze steht ein königl. Gouverneur mit einem Ratskollegium oder Oberhaus von neun Mitgliedern (dem Bischof, zwei Richtern u. s. w.). Die gesetzgebende Gewalt üben 24 Repräsentanten oder Keys, die sich seit 1450 durch Selbstwahl aus den größten Gutsbesitzern ergänzen; die richterliche üben zwei Deemsters (Richter). Alle diese bilden das ParlamentTynwald-Court). Noch jetzt werden jährlich am Berge Tynwald bei Peel die Gesetze öffentlich verlesen. M. (im Mittelalter Eubonia, Manaw, Maning) hatte in den ältesten Zeiten eigene Könige, wurde aber im 13. Jahrh. von den Schotten angekauft, die im folgenden Jahrhundert durch die Engländer vertrieben wurden. Seitdem waren verschiedene Familien mit der Insel belehnt. Im J. 1765 kaufte sie die brit. Regierung vom Herzog von Athol, ließ ihr aber die alte Verfassung. Hauptort ist Douglas (s. d.) (5. Aufl., Lond. 1881); Black, «Guide to the isle of M.v (Edinb. 1883); Broadbent, «Guide through the isle of M.v (Lond. 1883). Mam., bei naturwissenschaftlichen Namen Abkürzung für Manetti (Saverio).