Mandragora (Mandragora Juss.) oder Alraun, eine zu der Familie der Solanaceen gehörende Pflanzengattung, deren wenige, in den Mittelmeerländern wachsende Arten stengellose, perennierende Kräuter sind, welche auf einem großen, fleischigen, mehrköpfigen, rübenartigen Wurzelstocke ovale oder lanzettige Blätter und viele gestielte Blüten tragen, deren Kelche und Blumen fünfspaltig sind, fünf Staubgefäße enthalten und einfächerige vielsamige Beeren hervorbringen, die auf dem Boden niederliegen. Von der in Südeuropa einheimischen M. officinalis Mill. unterscheidet man die Frühlings-Mandragora oder den Frühlings-Alraun (A. vernalis), welche im Frühjahr blüht, länglich-ovale Blätter und kugelige Beeren trägt, und die Herbst-Mandragora oder den Herbst-Alraun (M. autumnalis), welche im Herbst blüht und lanzettige Blätter und eirunde Beeren besitzt. Beide waren schon den Alten bekannt, welche auch von ihrer betäubenden Wirkung hinreichende Kenntnis hatten. Die Pflanze riecht betäubend, aber die abgeschnittenen frischen Beeren haben einen angenehmen, wein⸗ oder apfelartigen Geruch; allein alle Teile der Pflanze wirken giftig, der Belladonna ähnlich, nur mehr betäubend, weshalb die Wurzel früher bei chirurgischen Operationen als Betäubungsmittel gebraucht wurde. Aus der fleischigen Wurzel wurden früher menschliche Figuren geschnitten, welche man Alraunen ( d.) nannte. Bei den Alten war die M. auch als Aphrodisiacum berühmt.