Manning (Henry Edward), Erzbischof von Westminster und Primas der kath. Kirche in England, geb. 15. Juli 1808 als Sohn eines prot. Kaufmanns zu Totteridge, studierte zu Orford Theologie, wurde 1830 Fellow am Merton College und Geistlicher der anglikan. Hochkirche, 1834 Pfarrverweser in Lavington in Sussex, 1840 Archidiakonus der Diöcese von Chichester. Jetzt schloß sich M. dem Puseyismus (s. d.) an, was zuerst in den vor der Universität Orford gehaltenen Predigten und in dem Werk «The unity of tue churcho (Lond. 1842) hervortrat. Sein übertritt zur kath. Kirche erfolgte erst 1850. Rasch stieg M. zu den höchsten Würden empor, wurde Vorsteher des engl. Zweigs der Brüder des heil. Borro mäus, Doktor der Theologie, Propst der kath. Diöcese von Westminster, apostol. Protonotar, päpst licher Hausprälat, 1865 Primas der kath. Kirche Englands, Erzbischof von Westminster, 1875 Kardinal. Mit dem Eifer eines Konvertiten ist M. für Befestigung und Ausbreitung der kath. Kirche in England thätig. Auf dem Vatikanischen Konzil gehörte er zu den entschiedensten Vertretern der päpstlichen Unfehlbarkeit. Er begründete 1874 eine kath. Universität in London, und die zahlreichen Konversionen aus den höchsten Kreisen der engl. Aristokratie sind zum guten Teil sein Werk. Von seinen Schriften seien genannt: The temporal power the Pope in its political aspecto (1866), Life 01 St. Francis of Assisi, (1868), The oecumenical council and the infallibility of the Popes (1869) „Petri pririlegium, thrée pastoral letters to tl. clergy of Westminster⸗ (1871), &The fourfold sovereignty of Godo (1871; deutsch, Köln 1873), (Haesarism and Ultramontanisme (1874; deutsch, Linz 1874), &The Vatican decrees in their bearing on civil allegiance. Aü reply to Mr. Gladstones (1875), &The internal mission of the Holy Ghost⸗ (1875), The glories of the sacred hearty (1876) „True history of the Vatican councilo (1877; deutsch, Berl. 1817), Xliscellaniesv (2 Bde., 1877