Mansart (François), berühmter franz. Baumeister, geb. zu Paris 1598, gest. ebendaselbst im Sept. 1666. Seine namhaftesten Bauten sind nicht mehr vorhanden oder durch die Um⸗ und Anbauten entstellt, z. B. das Hötel de Lavrillière zu Paris, jetzt die franz. Bank; das Hötel Carnavalet daselbst, jetzt ein Museum für Altertümer; das Schloß des ehemaligen Parlamentspräsidenten Maisons bei St.⸗Germain-en-⸗Laye, jetzt Maisons-⸗Laffitte genannt. M. gilt mit Unrecht für den Erfinder der nach ihm benannten Mansarden, welche P. Lescot schon 100 Jahre früher am alten Louvre angewendet hatte, und die von M. um 1650 nur wieder aufgebracht wurden. Jules Hardouin M., berühmter Baumeister, Neffe und Schüler des vorigen, geb. 1645 zu Paris, gest. 11. Mai 1708 zu Marly-le-Roi bei Paris, erster Hofbaumeister Ludwigs XIV. und Oberaufseher der königl. Bauten und Kunstgewerbeanstalten, leitete die Schloßarbeiten zu Versailles, die 1684 beendigt wurden. Von Mis andern berühmten Werken sind noch zu erwähnen das adelige Fräuleinstift in St.⸗Cyr bei Versailles (jetzt Militärschule), der Vendömeplatz und der Invalidendom in Paris. M. war ein Architekt von erfindungsreichem Geist, dessen Entwürfe im ganzen von grandiosem Charakter sind.