Mastholder oder Feldahorn, Baum- und Strauchart, s. Ahorn. Massicot (frz.), s. unter Bleiglätte. Massieren e(frz.), kneten, s. Massage. Massige Gesteine nennt man die Eruptivgesteine (f. d.) deshalb, weil ihnen die für Gesteine wässerigen Ursprungs (Schichtgesteine) charakteristische Schichtung fehlt. Dagegen pflegen dieselben polyedrische, säulenförmige, sowie bank⸗ und plattenförmige Absonderung zu zeigen. (S. Lagerungsformen.) (schaften. Mäßtigkeitsvereine, s. Temperanzgesell-Massilen, der niedere Adel in der Walachei. Massilia, der lat. Name von Marseille (s. d.). Massilienses, soviel wie Semipelagianer. Massillon (Jean Baptiste), berühmter franz. Kanzelredner, geb. 24. Juni 1663 zu Hyeres in der Provence, trat 1681 in die Kongregation des Oratoriums, zog sich längere Zeit in das Kloster Sept-Fonts zurück, wurde aber 1696 nach Paris berufen, anfangs als Direktor des Seminars St. Magloire. Damals glänzten vor allen Rednern Bossuet und Bourdaloue, und M. wurde — würdiger Nacheiferer, unterschied sich aber von beiden dadurch, daß er in höherm Grade als sie auf das Gefühl wirkte. Ludwig XIV. wurde von seinen Fastenpredigten so ergriffen, daß er ihn 1704 zum Hofprediger ernannte. Von dem Regenten Herzog von Orléans 1717 zum Bischof von Clermont ernannt, erhielt er den Auftrag, vor Ludwig XV., der erst 9 J. alt war, zu predigen. Zu diesem Zwecke verfaßte er jene unter dem Titel Petit-Carémer (spätere Ausg. für den Dauphin, Par. 1789; deutsch von Pfister, 4. Aufl., Würzb. 1866) bekannten Reden, welche ein Meisterwerk der Kanzelberedsamkeit sind. Im J. 1719 trat er in die Französische Akademie. Auch erhielt er die Prälatur von Savigny. Seine letzte Rede, welche er in Paris hielt, war die Leichenrede auf die Herzogin von Orléans (1721). Er starb 18. Sept. 1742. Eine vollständige Ausgabe seiner Sermonsvy besorgte sein Neffe Joseph M. (15 Bde., Par. 1745 —49); unter den neuern sind die von Renouard (13 Bde., Par. 1810) und vom Abbé Guillon (16 Bde., Par. 1828) die besten. In Hyeres wurde ihm 1817 eine Statue gesetzt. Vgl. Theremin, „Demosthenes und M.v (Berl. 1845). Mässina, Reich im westl. Sudan, am obern Niger, von den Fellata unterworfen und 166 879 alm groß mit 4500000 E., ist der Hauptteil des ehemaligen Reiches Melle, welches auf den Trümmern von Ghanata eingerichtet ward und selbst wieder unter den Songhay-Herrschern verfiel. Seit Ende des 16. Jahrh. bestand es aus einer Menge von kleinen Reichen. Von der südöstlichen größern Gruppe der Fellatastaaten ist M. durch einen kleinen, von unabhängigen Songhay bewohnten Landstrich getrennt, und nach NDO. zieht es sich bis Timbuktu hinauf. M. wurde von Barth und Lenz zum Teil erforscht. Massinger (Phil.), engl. Schauspieldichter, geb. 1584 zu Salisbury, studierte zu Oxford, unterbrach aber seine Studien und ging nach London, wo er zahlreiche Stücke für die Bühne schrieb. Er hatte fortwährend mit Not und Armut zu kämpfen. Am Morgen des 17. März 1640 fand man ihn tot in seinem Bette. Die Trauerspiele M.s sind ernst und würdig; sein Vers ist glatt und wohlklingend. Seine Lustspiele gleichen denen Ben Jonsons in ungebundener Kraftäußerung und Wunderlichkeit, sind aber oft gemein und roh. Unter den 18 erhaltenen Stücken sind die besten The virgin martyro, The duke of Milano, The fatal dowryv, The city madamo und A new way to pay old debtso, das einzige, das sich auf der Bühne behauptet hat. Ausgaben seiner Werke besorgten Mason (6 Bde., Lond. 1779), Gifford (4 Bde., Lond. 1805; neue Ausg. 1813), Hartley Coleridge zusammen mit Fords Werken (Lond. 1848), Cunningham (Lond. 1872). Massinissa, s. Masinissa. Massiv ist die geolog. Bezeichnung einer stockförmigen Masse von ältern Eruptivgesteinen, sobald dieselbe eine größere, meist auch orographisch selbständig gegliederte Fläche einnimmt (z. B. das Granitmassiv von Eibenstoch. Die sog. Centralmassivs der Alpenkette hingegen bestehen vorwiegend aus eng zusammengeschobenen Falten und senkrecht oder fächerförmig gestellten Komplexen von Gneisen und krystallinischen Schiefern. Maßliebe, Pflanzenart, s. unter Bellis. Maßliebe lgroße), s unter Chrysanthemum. Maßmann (Hans Ferd.), deutscher Sprachforscher und Mitbegründer des Turnwesens in Deutschland, geb. 15. Aug. 1797 zu Berlin, begann 1814 das Studium der Theologie. Bald darauf schloß er sich den freiwilligen Jägern an, setzte dann in Jena und Berlin seine Studien fort und beteiligte sich eifrig an den burschenschaftlichen Bestrebungen. Nachdem er 1817—21 an verschiedenen Orten als Lehrer fungiert hatte, wandte er sich zuerst nach Göttingen, dann nach Berlin, wo er sich vorzugsweise mit dem Studium der deutschen Sprache beschäftigte. Im J. 1826 wurde er nach längerm Aufenthalt in Heidelberg Lehrer der Turnkunst bei dem königl. Kadettencorps in München, übernahm 1828 die Leitung einer Turnanstalt für die münchener Schulen und wurde 1829 außerord., 1835 ord. Professor an der Universität. Im J. 1842 wurde er mit der Wiedereinrichtung des allgemeinen Turnunterrichts im preuß. Staate „ und zugleich zum Professor an der Universität Berlin ernannt. Er starb 3. Aug. 1874 in Muskau. Er veröffentlichte: Denkmäler deutscher Sprache und Litteraturd (Münch. 1828), Deutsche Gedichte des 12. Jahrh.y (2 Bde., Quedlinb. 1837), «Deutsche Abschwörungs⸗, Beicht⸗, Buß⸗ und Betformeln des 8. bis 13. Jahrh.v (Quedlinb. 1839); ferner die Ausgaben des Eracliuso (Quedlinb. 1842), von «Sankt Alexius' Lebeno (Ouedlinb. 1843), des «Tristan» Gottfrieds von Straßburg (Stuttg. 1843), der «Kaiserchronik' (3 Bde., Quedlinb. 1849—53), «Partenopeus und Meliuro (Berl. 1847) u. s. w. Um das Gotische hat sich M. durch die Ausgaben der Auslegung des Evangelium Johannisy(Münch. 1834), der (Got. Urkunden zu Neapel und Arezzor (Wien 1838) und des Ulfilas (2 Bde., Stuttg. 1856 —57),‚ um das Althochdeutsche durch die Herausgabe der Fragmenta theotisca (Wien 1841) und die Bearbeitung des sechsten Bandes von Graffs „„Althochdeutschem Sprachschatzd (Berl. 1844) und des zu diesem Werke gehörigen alphabetischen Index (Berl. 1846) verdient gemacht. Von M.s Schriften sind noch zu erwähnen: «Die Baseler Totentänzer (Stuttg. 1847), «Litteratur der Totentänzey (Lpz. 1841), Der Exterstein in Westfalend (Weim. 1846), „Geschichte des mittelalterlichen Schachspielso (Quedlinb. 1839) u. s. w. Hierzu kommen noch einige das Turnen betreffende Schriften.