FeedMantegna (Andrea)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Mantegna (Andrea), einer der berühmtesten tal. Maler und Kupferstecher, geb. bei Padua 1431, vurde, nachdem er in seiner Jugend das Vieh gezütet, von seinem Lehrer, dem Maler Squarcione, an Kindesstatt angenommen. Er übte sich vorzüglich im Zeichnen nach antiken Statuen, und schon in seinem 17. Jahre malte er ein großes Altarblatt in der Kirche der heil. Sophia zu Padua. Doch erregte er die Eifersucht und den Haß seines Meisters und begab sich deshalb in den Dienst des Marchese Lodovico Gonzaga nach Mantua, wo er eine Schule eröffnete. Hier malte er seinen großen Triumph des Julius Cäsar zwischen 1485 und 1488. Die neun Kartons dazu in Agquarell verkaufte später der Herzog Vincentio II. von Mantua an König Karl I. von England. Sie sind im Palast Hamptoncourt aufgestellt. Vom Papst Innocenz MIII. nach Rom berufen, um im Belvedere zu malen, vollendete M. dort eine Menge trefflicher Bilder; sein Aufenthalt in Rom fällt um 1489. Eins seiner spätesten und vorzüglichsten Gemälde ist die Madonna della Vittoria, auf welchem er die Schutzheiligen von Mantua nebst dem Marchese Giovanni Francesco Gonzaga abbildete, der das Bild für den Sieg, welchen er 1496 gegen das Heer Karls VIII. von Frankreich erfochten, gelobt hatte. Ein anderes treffliches Werk M.s, die Heilige Jungfrau mit dem Kinde, umgeben von Engeln, und Darstellungen der Apostel und Heiligen, befindet sich, nachdem es, gleich jenem, nach Paris gewandert, jetzt wieder in der Kirche des heil. Zeno zu Verona. Auch die Galerie in Dresden bewahrt von M. eine Verkündigung der Maria. Er starb 3. Sept. 1506 zu Mantua. M. ist der Hauptrepräsentant der paduanischen Schule, welche zuerst das Studium der Antike und zwar hauptsächlich in Dekoration und ornamentaler Richtung zu ihrem Hauptprinzip erhob. Demgemäß ist auch seine Auffassung mehr plastisch als malerisch, und seine Darstellung der Formen hart und scharf. Ausgezeichnet war er auch als Kupferstecher.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 419Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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