Garavaglia (Giovita), Kupferstecher, geb. 18. März 1790 zu Pavia, zeichnete von frühester Kindheit an unter Anleitung des Professors Faustin Anderloni, dem er schon im 16. Jahre bei den Stichen der großen anatom. Tafeln von Scarpa elfen konnte und wurde von diesem 1808 nach ailand geschickt, wo er Unterricht von Longhi erbefn Schon unter seinen ersten Arbeiten daselbst efinden sich zwei von der Akademie gekrönte: die Tochter der Herodias von Luini und Horatius Cocles. Eine gleiche Auszeichnung ward seiner Heiligen Familie von Rafael zuteil, welche er nach der Heimkehr in Pavia in seinem 23. Jahre vollendete. Er stach auch die Bildnisse vieler berühmter Männer, unter denen das Porträt Karls V. wohl die erste Stelle einnimmt. Dann arbeitete er für Luigi Bardi den David von Guercino und das Christuskind von Maratta. Im Alter von 32 J. begann er die Zusammenkunft Jakobs mit der Rahel von Appiani, wobei er eine solche Meisterschaft des Stichs und solche Anmut der Zeichnung entwickelte, daß dieses Werk vielleicht allen übrigen vorgezogen werden muß, wenn man nicht die Madonna della Sedia nach Rafael, die fast zugleich (1828) mit jenem Blatt erschien, noch gelungener findet. Ein anderes Meisterstück ist die Beatrice Cenci nach Guido Reni, deren Kopf von bewunderungswürdigem Ausdruck ist. G. wurde 1833 an Morghens Stelle zum Professor der Kupferstichkunst an der Akademie zu Florenz ernannt und starb 27. April 1835.