Mareus Aurelius, gewöhnlich Mare Aurel genannt, röm. Kaiser, s. Antoninus. Marder (Mustéla) ist der Name einer Gattung von Säugetieren, welche den Typus einer großen Familie der fleischfressenden Zehengänger bildet und nur auf animalische Nahrung angewiesen ist. Seine Körpergestalt ist langgestreckt, die Schnauze spitz, die Zehen sind frei mit kurzen Krallen, die Sohlen behaart und der Schwanz ist buschig. Am After finden sich Drüsensäcke, die eine stinkende Flüssigkeit absondern. Der Edelmarder oder Baummarder (M. Martes) ist über den ganzen Norden von Europa, Asien und Amerika verbreitet, von glänzend kastanienbrauner Farbe, an Kehle und Unterhals gelb und auf den Sohlen behaart. Er wird ohne den Schwanz, der über die Hälfte der Körperlänge beträgt, 40—50 em lang, lebt in Wäldern, wo er hohle Bäume und Felsspalten bewohnt, ist schnell, gewandt, schlau, vorsichtig und grausam und fügt den jagdbaren Tieren großen Schaden zu, weshalb sowie auch wegen seines sehr geschätzten dichten und weichen Pelzes er viel verfolgt wird, sodaß er jetzt in Deutschland ziemlich selten ist. Aus Nordamerika kommen jährlich gegen 100000 Marderfelle in den Handel; die schönsten von diesen Fellen sind sehr fein und fast ganz schwarz. Der Hausmarder oder Steinmarder (M. Foina) unterscheidet sich von dem erstern durch weiße Kehle und Unterhals, nackte Sohlen und etwas geringere Größe. Derselbe lebt in ganz Europa bis an den Ural verbreitet, fehlt aber in Nordamerika. Er hält sich in der Nähe von Wohnungen 310 und bricht mit ebenso viel List als Wildheit in Hühner⸗ und Taubenhäuser ein. Sein Pelz ist nur von geringem Werte. Man fängt die M. durch aufgestellte Marderfallen und Tellereisen; am leichtesten aber tötet man sie, indem man ihnen Eier hinlegt, in welche man ein wenig Strychnin durch ein kleines, in die Mitte des Eies gebohrtes Loch gesteckt hat. Von dem Pekan oder Canadischen Marder (M. Canadensis), der über ganz Nordamerika verbreitet ist, werden die Pelze gleichfalls in Menge nach Europa gebracht. Das Frett, Hermelin, Iltis und die Wiesel gehören ähnlichen Gattungen an, die oben nur zwei, unten drei Lückenzähne besitzen, während die echten M. oben und unten einen Lückenzahn mehr haben. Der Zobel (M. zibellina) ist ebenfalls ein echter M. Marderbär oder Binturong (Arctitis Binturong), eine ohne Schwanz 60, mit demselben 120 em lange Bärenform Hinterindiens und der großen Sunda-Inseln. Der M. ist ein Nachttier mit weichem, glanzlosem Pelz von schwarzer Farbe, mit sehr entwickelten Spürhaaren; der Schwanz wird ähnlich wie beim verwandten Wickelbär (s. d.) als Hilfsorgan beim Klettern benutzt. (Abbildung auf Tafel: Bären, Fig. 2.) Marderfelle gehören zum edlern Pelzwerk und sind am besten von Tieren, die im Winter getötet sind. Dem Zobel am nächsten kommen die Felle des Baum⸗ oder Edelmarders (Mustela martes) und die schönsten liefert Norwegen, dann Schottland, Italien, Schweden u. s. w. Häufiger sind die Stein⸗ oder Hausmarder (Mustela koina), deren Felle in Bündeln zu 40 Stück in den Handel kommen und in Ungarn und der Türkei am größten und schönsten sind. Die Felle beider Marderarten werden oft auch zobelähnlich gefärbt. Bedeutende Mengen von M., die aber nur unter dem Namen amerikanischer Zobel (s. d.) in den Handel kommen, liefert der nordamerik. Marder (Mustela canadensis). Eine besondere Art ist der iltisähnliche tatarische Marder (Mustela sibiriaca) in den Bergwäldern Russisch-Asiens, dessen Fell, Kalinki oder Kulonki genannt, aber wegen zu heller Farbe weniger geschätzt ist. Die Schweife der Marder geben vorzügliche Malerpinsel. Mardilfrz.), Dienstag; Mardi gras, Fastnacht. Mardin, Stadt im asiat.⸗türk. Vilajet Diarbekr, Hauptstadt eines Sandschaks, liegt terrassenförmig am Abhang des 1500 m hohen Masiusberges (Karadscha-Dagh), dessen Gipfel ein verfallenes Fort trägt, hat 8000 E., worunter etwa 3200 Christen. Mardochaitage (Fest der), s. Purimfest. Mardonius (altpers. Marduniya), pers. Feldherr, Sohn des Gobryas (s. d.), wurde vom König Darius I., dessen Tochter Artazostra er geheiratet hatte, 493 v. Chr. mit dem Oberbefehl eines Heeres betraut, das Athen und Eretria züchtigen sollte und zur Unterwerfung der kleinasiat. Städte bestimmt war. Das Landheer drang durch Kleinasien bis zum Hellespont vor und überschritt denselben mit Hilfe der dort eintreffenden Flotte, die dann die Insel Thasos angriff und besetzte, um hierauf Macedonien zu erobern. Die Flotte wurde aber durch Stürme am Berge Athos mit einem Verlust von 20000 Menschen stark geschädigt. M., der zu Lande in Griechenland einfallen wollte, wurde von einem thrazischen Stamme, den Brygen, so hart mitgenommen, daß er sich nach Asien zurückziehen mußte. Dort fiel er in Ungnade und kam erst unter Xerxes wieder zu Ansehen. Er begleitete den König (480) auf dem Zuge nach Griechenland, und gab ihm nach der Schlacht bei Salamis den Rat, nach Asien zurückzukehren, während er selbst in Thessalien überwintern und mit einem 300000 Mann starken Heere nach Hellas vordringen würde. Alexander I. von Macedonien, von M. gewonnen, wandte sich vergebens mit Friedensvorschlägen an die Athener, worauf M. mit seinem Heere bis Attika vordrang. Die Athener waren nach Salamis geflüchtet und verwarfen wiederholt des M. erneuerte Vorschläge, worauf der Perser das Land verwüstete und nach Böotien abzog. Die Athener und Peloponnesier unter Aristides und Pausanias hatten mittlerweile 110000 Mann vereinigt und vernichteten die Perser bei Platää (Sept. 479 v. Chr.). M. ward in der Schlacht vom Spartaner Aeimnestos getötet, doch sein Leichnam seinem Sohne Artontes ausgeliefert.