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ErdkundeBrockhaus 1882

Maremmen heißen die ungesunden Sumpfgegenden Italiens, die sich an der Meeresküste hin vom Ausflusse des Cecina bis gegen Orbetello in einer Länge von 150 km oft 11—30 km breit ins Land hinein erstrecken. Ihr für die Gesundheit, namentlich durch die Malaria (s. d.), höchst nachteiliger Einfluß scheint in den hier zahlreich hervorströmenden schwefelhaltigen Quellen, sowie überhaupt in den aus einem von Schwefel und Alaun übersättigten Boden im Sommer hervordringenden starken Ausdünstungen seinen Grund zu haben. Ehemals waren diese Gegenden fruchtbar, gesund und bewohnt. Die 2600 qlem großen Sümpfe, deren ungesundeste Strecken die von Campiglia und Piombino, Scarlino, die Ebene zwischen Castiglione della Piscaja und Grosseto und das Thal der Albegna bei Orbetello waren, werden bereits seit 1828 mit Erfolg bonifiziert, und zwar durch das System der Colmaten, welches darin besteht, daß man trübe Berggewässer darüber leitet und den Abfluß absperrt', bis sich die anschlemmenden Substanzen abgesetzt haben und klares Wasser ab5590 Verschieden von den M. sind die Campagna i Roma und die Pontinischen Sümpfe (s. d.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 439Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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