Margarita, jetzt Nueva-Esparta, der kleinste und volksdichteste Staat der südamerik. Republik Venezuela, nur 1149 qlm groß, zählt (1873) 30983 E., welche Ackerbau, größtenteils aber Fischerei und Seefahrt treiben. Die Insel Margarita besteht aus zwei von W. gegen O. ziehenden, im höchsten Punkte, dem Cerro-Macanao, 1360 m aufsteigenden Bergketten, welche durch einen schmalen Isthmus verbunden sind. Die Küsten sind größtenteils sehr felsig und steril, das Innere zum Teil sehr fruchtbar. Die Ausfuhr beschränkt sich auf Fische, Schildkröten, Schildpatt und Geflügel. Die Hauptstadt ist Ciudad de la Asuncion (. d.). Nur 7 km im Südosten davon liegt der Haupthafen Pampatar, dessen Eingang durch ein Fort verteidigt wird, und welcher 1829 zum Freihafen erklärt worden ist. Die Insel M. wurde 1498 von Columbus entdeckt und erhielt bald eine große Berühmtheit durch die an ihren Küsten und denen der benachbarten Insel Cubagua gefundenen Perlen. Diese Perlenfischerei nahm schon gegen Ende des 16. Jahrh. schnell ab und hörte zu Anfang des 17. Jahrh. ganz auf, wodurch die Insel sehr an Bedeutung verlor. Im südamerik. Befreiungskriege war dieselbe 1815—17 häufig Kriegsschauplatz. Ihr Besitz ist für die Republik wegen ihrer Handelslage von Wichtigkeit, indem sie zum Stapelplatz für die benachbarten Küsten dient.