Marienkanalsystem, ein schiffbares Kanalsystem, das die Wolga, also das Kaspische Meer, mit dem Baltischen Meere verbindet, in den russ. Gouvernements Nowgorod und Olonez. Der Kanal beginnt an der Kowscha, 18 lem von ihrer Quelle, ist darauf durch drei kleine Seen (Matko, Pustoje und Ludoshskoje), welche auf der Wasserscheide zwischen Kowscha und Wytegra liegen, geführt und mündet in die Wytegra, 29 km von ihrer Quelle. Außerdem ist der Kanal noch durch eine Wasserleitung mit dem Kowschasee verbunden, die zur Speisung der sechs Schleusen dient. Die Länge des Kanals beträgt 10 km, die Tiefe beim höchsten Wasser 5 m, beim niedrigsten Wasser 2 m. Die Kowscha ergießt sich in den Bjelose-osero oder Weißen See, aus welchem die Scheksna, ein großer linker Nebenfluß der Wolga, hervortritt, die Wytegra dagegen fließt in den Onegasee, aus welchem der Swir in den Ladoga fließt, welcher wiederum durch seinen Abfluß, die Newa, mit dem Baltischen Meere in Verbindung steht. Schon Peter d. Gr. machte den Entwurf zur Herstellung dieses Kanalsystems, doch wurde der Bau erst unter Paul I. in Angriff genommen und 1808 unter Alexander I. vollendet. Der Kanal erhielt seinen Namen zu Ehren der Kaiserin Marie Feodorowna, der zweiten Gemahlin Pauls I. Das ganze System trägt viel zur Erleichterung des Verkehrs im Innern des Reichs bei und wird stark benutzt.