Mariengroschen nannte man eine Silbermünze, welche ihren Ursprung den Bergwerken bei Goslar verdankte und sich von dort über Niedersachsen und Westfalen verbreitete. Der Name rührt von dem Gepräge her, der Mutter Gottes mit dem Jesuskinde. In Goslar wurde der M. achtlötig, 80 auf die rauhe Mark, ausgeprägt; doch bereits 1550 war er schon um die Hälfte schlechter. Um 1700 hörte das Prägen desselben fast allgemein auf; doch blieb der Name. In der neuern Zeit rechnete man 36 M. zu 8 Pf. auf den Thaler des 20-Guldenfußes, und diese Einteilung des Thalers fand im vormaligen Königreich Hannover und im Herzogtum Braunschweig gesetzlich bis 1817, thatsächlich viel länger und in Hannover mindestens bis 1834 statt. Es gab 1⸗, 2⸗, 3⸗, 4 und 6-fache M.; Stücke zu 3M. ½2 Thlr. Konventionsgeld wurden noch 1820 in Hannover geprägt, Stücke zu 1 M. bis 1834 in Braunschweig. Der Mariengulden, mit gleichem Gepräge, wurde zu 20 M. ausgeprägt. Braunschweig prägte bis gegen das Ende des 18. Jahrh. Gulden im 18-Guldenfuß oder sog. Neue Zweidrittel zu 24 M. Der Marienthaler, nichts anderes als ein Konventions-Speziesthaler mit dem erwähnten Prägbilde, entstand gleichfalls in Goslar und wurde nachmals besonders von Bayern, Mainz, Trier, Eichstätt, Bamberg, Würzburg u. s. w. geschlagen; am reichhaltigsten ist die Reihe der ungar. Marienthaler mit der Umschrift Patrona Hungariae.