Marons, Maruns (engl. Maroons) oder Marronneger ist der Name für entlaufene und in den Gebirgen und Wäldern frei lebende Negersklaven und deren Nachkommen in den europ. Kolonien Westindiens und Guaianas, in deren Geschichte sie eine Rolle spielen. (Der Name ist von dem Flusse Maroni in Guaiana hergenommen.) In Jamaica, wo ihre Zahl zur Zeit der engl. Besitznahme (1655) 1500 betrug, später aber durch Zudflauf von Stamm- und Leidensgenossen sich bedeu-Itend vermehrte, führten sie lange Zeit einen bluftigen Guerrillakrieg gegen die Weißen, bis sie durch einen Vertrag 1738 Amnestie, Freiheit und eine Gebietsabtretung erlangten. In den J. 1760—65 erneuerten sie die Feindseligkeiten und wurden deshalb in der Folge zum Teil nach Sierra Leone geschafft. Die meisten behaupteten jedoch ihre Freiheit. „Sie leben (etwa 4000 an Zahl) in einem Zustandé der Halbceivilisation und zerfallen in drei Gruppen, deren jede unter einem Oberhäuptling (Granman) steht: in die Awkoneger oder Aukanes, die Saramaca und Peku⸗(Beku-⸗)Neger oder Matuaris (Musingas). Sie stehen seit lange mit den Kolonisten in Verkehr, liefern ihnen fast alles Bauholz, welches sie auf den Flüssen herabflößen, und arbeiten auf den Plantagen. Die M. sprechen ein sehr verdorbenes Neger⸗-Holländisch und sind wieder ganz dem Heidentum verfallen. Früher waren sie mit den aus dem franz. Guaiana entlaufenen Sklaven, den Bonis oder Boninegern, verbunden, die sich nach ihrem ersten Anführer Boni nennen und, 700 Köpfe in sieben Dörfern zählend, am rechten Ufer des Awa oder Lava verteilt sind. Vgl. Dallas, Geschichte der Maronenneger auf Jamaicad (Weim. 1805). M. hießen früher auch die zur Aufsuchung der Verunglückten besonders abgerichteten Spürhunde des Hospitiums auf dem Großen St. Bernhard in den Penninischen Alpen.