Martin I., geb. zu Todi in Toscana, als Apocrisiarius am Hofe zu Konstantinopel thätig, bestieg 649 den päpstl. Stuhl. Weil er auf der ersten Lateransynode 649 die Monotheleten verdammen ließ, wurde er 653 von dem Kaiser Constans II. durch den Exarchen Kallioxas gefangen nach Konstantinopel geführt und als ein Majestätsverbrecher zum Tode verurteilt, jedoch auf Fürbitten des Patriarchen Paulus nach dem Chersones verbannt, wo er 16. Sept. 655 starb. Später ward M. unter die Heiligen versetzt. Jahrestag 12. Nov.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 491Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei