FeedMartino (Simone di)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Martino (Simone di), auch unrichtig Simone Mem mi genannt, altital. Maler, das Haupt der Schule von Siena, wo er 1283 geboren wurde. Sein Stil bildet ein Gegenstück zu der gleichzeitig unter Giotto hoch entwickelten Florentinischen, indem die Sienesen weichere Empfindung kennzeichnet, jene eine mehr dramatische Behandlung und größere Kraft. Im Regierungspalast zu Siena befindet sich von M. ein 1315 entstandenes Fresko der Madonna mit Heiligen, fünf Jahre später malte er ein Altarwerk für die Nonnen von St. Katharina, das in Fragmenten vorhanden ist, anderes in Orvieto, Assisi, Florenz. Mit Lippo Memmi, dem er jenen unrichtigen Beinamen verdankt, angeblich seinem Schwager, malte er eine Verkündigung 1333 (Uffizien). Nach 1336 weilte er am päpstl. Hofe in Avignon, wo er 1344 starb.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 495Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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