Maury (Matthew Fontaine), berühmter amerik. Seemann und Physiker, geb. 14. Jan. 1806 in Spottsylvania im Staate Virginien, trat 1824 als Midshipman in die Marine der Vereinigten Staaten. Später wurde er Direktor des Archivs der Seekarten in Washington, mit welchem in der Folge ein Hydrographisches Bureau und ein Nautisches Observatorium verbunden wurden, in deren Leitung M. die ersprießlichste Thätigkeit entwickelte. Im J. 1845 begann er die Herausgabe seiner „Wind and current chartso, denen sich die «Sailing directions anschlossen, in welchen er eine neue, später von allen seefahrenden Nationen angenommene Route nach dem Süden vorschlug. Die Ergebnisse weiterer Forschungen sind in der «Physical geography of the seay (Neuyork 1856; neuere Ausg. 1873; deutsch von Böttger, 2. Aufl., Lpz. 1859) und andern Publikationen niedergelegt. Nach dem Ausbruch des Bürgerkriegs im Frühjahr 1861 verließ M. als Südländer sein Amt in Washington, um in die Dienste der Konföderierten zu treten, die ihm die Organisation der Küstenwehr übertrugen. Nach Beendigung des Bürgerkriegs wandte er sich nach Mexiko, von da nach London und kehrte 1868 in seine Heimat zurück, wo er 1. Febr. 1873 als Professor der Naturwissenschaften an dem Virginia Military Institute in Lexington starb. Die Schiffahrt verdankt ihm sehr viel, da infolge seiner hydrograph. Arbeiten und Segelanweisungen die meisten längern Seereisen gegen früher um 5 bis 10 Proz. abgekürzt wurden.