FeedMaury (Jean Siffrein)
ReligionBrockhaus 1882

Maury (Jean Siffrein), franz. Kardinal, geb. 26. Juni 1746 zu Valréas in der Grafschaft Venaissin, trat in den geistlichen Stand, wurde dann Hofmeister in Paris, verschaffte sich aber bald durch seine Beredsamkeit solches Ansehen, daß er königl. Kabinettsprediger, Prior von Lions und Abt von Frenade wurde. Als Deputierter der Geistlichkeit von Péronne 1789 in die Nationalversammlung gewählt, zeigte er sich als Gegner Neckers und der neuen Staatstheorie. Der Verlauf der Revolution zwang ihn zur Auswanderung nach Rom. Der Papst ernannte ihn 1794 zum Bischof von Nicäa in partibus und 1798 zum Kardinal. Napoleon erhob ihn 1806 zum franz. Kardinal und Almosenier bei seinem Bruder Hieronymus, 1810 zum Erzbischof von Paris; doch mußte er, da der Restauration seinen Sitz verlassen. Er starb in Rom 11. Mai 1817. Zu seinen besten Arbeiten gehört der Essai sur l'éloquence de la chaire (2Bde., Par. 1810; neue Ausg., 2Bde., Par. 1842). Seine 4Oeuyres choisieso (5 Bde., Par. 1827) enthalten auch seine Reden in der Nationalversammlung. Vgl. seines Neffen L. S. Maury «Vie du cardinal M.o (Par. 1827) und Poujoulat, Le cardinal M., sa vie et ses œuvreso (Par. 1855).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 537Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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