FeedMaybach (Albert)
GeschichteBrockhaus 1882

Maybach (Albert), preuß. Minister der öffentlischen Arbeiten, geb. 29. Nov. 1822 zu Werne in Westfalen, kath. Konfession, studierte die Rechte, trat 1845 in den Justizdienst, wurde 1850 Gerichtsassessor beim Appellationsgericht in Hamm und 1854 Regierungsassessor und Mitglied der königl. Direktion der Ostbahn; 1855 wurde er zum Mitglied und 1857 zum Vorsitzenden der Obers chlesischen Eisenbahndirektion ernannt. Nachdem er vom Dez. 1858 bis 1863 als Geh. Regierungsrat und vortragender Rat im Handelsministerium thätig gewesen wurde er vorübergehend als Ministerialkommissarius mit der Leitung der Eisenbahnverwaltung in Saarbrücken betraut und 1. Okt. 1863 Vorsitzender der Direktion der Ostbahn. Im J. 1864 zum Geh. Oberregierungsrat befördert, übernahm er 1867 den Vorsitz der königl. Eisenbahndirektion in Hannover, zu deren Präsidenten er 1871 ernannt wurde. Nach einer vorübergehenden Beschäftigung als Ministerialdirektor im Handelsministerium trat er Aug. 1874 an die Spitze des Reichseisenbahnamts und war bemüht, für den Gedanken einer üÜbertragung der deutschen Eisenbahnen auf das Reich Anhänger zu werben. Im Febr. 1877 wurde er Unterstaatssekretär im Handelsministerium, 30. März 1878 zum Handelsminister und 14. März 1879 zum Minister der öffentlichen Arbeiten ernannt. In dieser Stellung wußte er, gestützt auf das Ansehen, das ihm seine hervorragenden Fachkenntnisse sicherten, den Widerstand, den die Verstaatlichung der Privatbahnen anfangs im preuß. Landtage fand, bald zu besiegen. Seit 1882 ist M. als Vertreter des Wahlkreises Gummersbach-Waldbroel Mitglied des Abgeordnetenhauses, seit Juli 1879 Chef des Reichsamts für die Verwaltung der Reichseisenbahnen in Elsaß-Lothringen, außerdem Mitglied des Bundesrats und des preuß. Staatsrats.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 546Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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