FeedFlottwell (Eduard Heinr. von)
GeschichteBrockhaus 1882

Flottwell (Eduard Heinr. von), preuß. Staatsminister, geb. 23. Juli 1786 zu Fehrrburg trat nach vollendetem Studium der Rechte 1805 als Auskultator beim Oberlandesgericht seiner Vaterstadt in den Staatsdienst, wurde 1808 Assessor in Königsberg, 1812 Regierungsrat und Justitiar bei der Regierung zu Gumhinnen, 1816 Geh. Regierungsrat und Oberpräsidialrat in Danzig, 1825 Regierungspräsident in Marienwerder und 1830, nach dem Ausbruch der poln. Revolution, Oberpräsident der Provinz Posen. Nachdem er diesen Posten 11 Jahre lang bekleidet, wurde er 1841 als Wirkl. Geheimrat zur Leitung des Oberpräsidiums der Provinz Sachsen berufen und 1844 zum Finanzminister ernannt. Schon 1846 trat er aus dieser Stellung wieder zurück, um zunächst das Oberpräsidium von Westfalen, später vorübergehend das Oberpräsidium von Preußen und 1850 das der Provinz Brandenburg zu übernehmen. Als Mitglied der Nationalversammlung nahm er 1848 seinen Platz auf der äußersten Rechten und vertrat diesen Standpunkt auch in der Ersten Kammer, in welche er 1849 gewählt wurde. Im Okt. 1858 übernahm er, dem Rufe des Prinz-Regenten folgend, als Minister des Innern zum zweiten mal ein Portefeuille, aber auch diesmal kehrte er bald wieder in seine Stellung als Oberpräsident von Brandenburg zurück, aus der er 1862 in den Ruhestand trat. Er starb 24. Mai 1865 zu Berlin.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 922Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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