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ErdkundeBrockhaus 1882

Mecklenburg, ein deutsches Land an der Ostsee, welches jetzt in die beiden Großherzogtümer Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz zerfällt, die ein Gesamtareal von 16233,27 qlm haben. Das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin umfaßt 13 303,½½ akm (darunter 666,8 dEm Gewässer) und wird im N. von der Ostsee, im O. von Pommern und M.Strelitz, im S. von Brandenburg und Hannover, im W. von Schleswig-Holstein, dem strelitzischen Fürstentum Ratzeburg, dem Gebiet der Stadt Lübeck und von der Trave begrenzt und bildet, abgesehen von einigen Enklaven, ein wohl abgerundetes Ganzes. Das Land, vorherrschend flach, durchzieht von Südosten nach Nordwesten ein niedriger und breiter Landrücken mit einzelnen Seitenverzweigungen, der bis zu 140 m aufsteigt und die Wasserscheide zwischen Ostsee und Elbe bildet. Außerhalb dieses Landrückens ist teils Heideebene, teils fruchtbares Flachland, welches mit niedrigen Hügeln und zahlreichen Wiefenniederungen abwechselt. Auch lt man über 300 Landseen, von denen der Müritzsee (133 qkm) und der Schwerinersee (61 akm) die größten. Von den Flüssen sind zu nennen die Warnow, welche bei Warnemünde, dem Vorhafen von Rostock, in die Ostsee, und die Elde, welche bei Dömitz in die Elbe mündet. Der Boden ist, je nachdem er aus Sand, Lehm oder einer Mischung von beiden besteht, in verschiedenen Gegenden an Fruchtbarkeit sehr ungleich. Etwa drei Viertel des ganzen Flächeninhalts werden für den Ackerbau benutzt, während die noch übrigen Waldungen 1597 qkm betragen. Das Klima ist im ganzen feucht und verhältnismäßig mild, mit vorherrschendem Westwind. Die mittlere Jahrestemperatur beträgt + 6,50 R., die jährliche Regen⸗ und Schneemenge reichlich 70 em. (Hierzu eine Karte:

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 554Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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