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ErdkundeBrockhaus 1882

Medoe, Landschaft von 1000 qkm in der ehemaligen Provinz Guyenne des südwestl. Frankreich, zwischen der Gironde, dem Meere, den Landschaften von Buch, Bordeaux und Bazas, in Ober- und Nieder-M. geteilt und dem jetzigen Arrondissement Lesparre im Depart. Gironde entsprechend, ist großenteils eine mit Teichen, Heiden und Gehölzen bedeckte Einöde an der Garonne, aber sehr fruchtbar, namentlich an geschätzten Weinen, den sog. Medocweinen. (S. Bordeauxweine.) Das Fort M. liegt 30 Km unterhalb Bordeaux, links an der Gironde, welche es bestreicht; es wurde 1690 nach Vaubans Angaben aufgeführt, aber nie ganz vollendet. Hauptort des Landes ist Lesparre, Haupthafen für die Medocweine ist Pauillac. Die Weinberge von Medoe bedecken ein Areal von 20000 ha und liefern in einem gewöhnlichen Jahrgange 82 000 hl Wein. In Ober-M. ziehen sie sich 56 bis 64 Km in die Länge hin, bei einer wechselnden Breite von 7 bis 20 km. Hier wachsen in den Kantonen Castelnau de M. und Pauillac die feinsten Weine der ganzen Gironde, in ersterm Chäteau-Margaur, in letzterm Chäteau-Laffitte, Chäteau-Latour; auch gehören hierher die Weine von Pauillac selbst, von Cantenac, St.⸗Julien, Ludon, Labarde u. a.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 569Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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